Hannover 96 heute bei Überraschungs-Augsburgern

Korkut: „Ich habe ein gutes Gefühl“

Enttäuschung bei den „Roten“ nach der Bayern-Pleite: In drei Spielen gelang Hannover kein Treffer. Das soll sich heute beim FC-Augsburg ändern. Fotos: Zwing/gsd

HANNOVER Selbst die größten Fans können sich kaum noch erinnern: Wann hat Hannover 96 das letzte Tor in der laufenden Bundesliga-Serie geschossen? Klar, gegen Bayern München (0:4), in Mainz (0:2) und „auf Schalke“ (0:2) haben die „Roten“ keinen Treffer zustande gebracht. Der letzte gelang beim 3:1-Heimsieg gegen Mönchengladbach am 1. Februar – schon ein paar Wochen her! Und jetzt droht dem Team von Trainer Tayfun Korkut der „Monat der Wahrheit“.

Im März stehen gleich sechs harte Spiele bevor. Das erste schon heute (15.30 Uhr) beim Überraschungsteam des FC Augsburg. Eigentlich darf man da wirklich nicht verlieren, denn sonst wird es wieder ganz eng für 96. Aber bei der bekannten Auswärtsschwäche der Hannoveraner... Für 96-Sportdirektor Dirk Dufner ist es heute das „Pufferspiel“. Er meint damit, dass sich seine Mannschaft mit zumindest einem Zähler einen Puffer (oder Polster) zu den weiter unten stehenden Teams aufbauen kann. Für Korkut wird es eine Partie gegen einen alten Bekannten. Mit Augsburgs Coach Markus Weinzierl hat er seine Trainer-Ausbildung gemacht. Zumindest für die 90 Minuten sind aber alle Sentimentalitäten ausgeblendet.

Wie schwer das heutige Match werden wird, zeigt sich allein daran, dass die Augsburger in den vergangenen zehn Spielen nur einmal (0:1 gegen Nürnberg) verloren haben. Sie haben einen „Lauf“, können mit etwas Glück (und einem weiteren Sieg) gegen 96 sogar an den internationalen Plätzen kratzen. Auf der anderen Seite haben die „Roten“ keines von bisher sieben Liga-Spielen gegen die Bayern verloren: Die letzten drei Spielen wurden gewonnen, davor gab es vier Remis.

Große Änderungen im Team dürfte es kaum geben. Andre Hoffmann trainierte nach einer Mandelentzündung zwar wieder mit, doch ein Comeback in der Innenverteidigung kommt wohl zu früh, Also bilden wohl Marcelo und Schulz das innere Pärchen. Pocognoli verteidigt hinten links. Vorne warten Diouf, dessen Abgang nach der Saison wohl immer realistischer wird, und Rudnews endlich wieder auf einen Treffer.

Nicht minder schwer wird es nach dem Augsburg-Spiel: Dann kommen die angeschlagenen Leverkusener, ehe es beim besten Aufsteiger Hertha BSC weitergeht. Dann empfängt 96 Dortmunds Champions-League-Helden, gefolgt von den Partien in Hoffenheim und gegen Bremen. Ein Hammer-Programm im März, an sich das ultimative Derby in Braunschweig anschließt.

Der Jubel über die Siege in Wolfsburg und gegen Gladbach (jeweils 3:1 zum Start der Rückrunde) ist jedenfalls längst verfolgen. 96-Coach Korkut vorm heutigen Spiel: „Von der Tabellensituation her sollte Augsburg als Favorit gehandelt werden. Ich habe aber ein gutes Gefühl, wir reisen nicht mit großem Respekt an.“ Ob der Trainer mit seinem Gefühl recht behalten oder sich getäuscht hat, steht heute um etwa 17.20 Uhr fest. haz/gsd

Kommentare