Auswärtsniederlage

Hannover 96 beim Spitzenreiter ohne Chance

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Kämpferisch: 96-Kapitän Waldemar Anton steigt hoch zu einem Kopfball - da staunen die Dortmunder.

HANNOVER - Nach der bitteren 1:5 (0:1)-Niederlage beim Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund vor 81 365 Zuschauern im Signal Iduna Park hat Hannover 96 seinen Trainer André Breitenreiter freigestellt.

Eine Stunde lang machten die Gäste aus der niedersächsischen Landeshauptstadt dem hohen Favoriten das Leben recht schwer. „Da haben wir mit Dortmund auf Augenhöhe gespielt“, so Breitenreiter. Und wenn nicht Dortmunds Keeper Roman Bürki den Kopfball von Henrick Weydandt nicht so glänzend pariert hätte, wer weiß, wie der Spielverlauf sich weiter gestaltet hätte. So aber gingen die Gastgeber, durch den starken Achraf Hakimi nach 24 Minuten in Führung. 96, das nun 22 Auswärtsspiele – der letzte Auswärts-Dreier gelang den Niedersachsen am 21. Oktober 2017 mit dem 2:1 in Augsburg – hatte zudem das Pech, dass Schiedsrichter Manuel Gräfe ein übles Foul von Dortmunds Thomas Delaney an Noah Joel Sarenren Bazee in der 35. Minute im Strafraum übersah, der Elfmeterpfiff wäre zwingend notwendig gewesen. Sarenren Bazee konnte nach langer Verletzungspause wieder spielen, musste dann aber aufgrund dieses Fouls verletzt vom Platz. Auch nach dem Wechsel fiel den Dortmundern nicht viel ein, die Hannoveraner hielten dagegen, ehe Rechtsverteidiger Miiko Albornoz ein kapitaler Fehler unterlief, es sollte der Knackpunkt dieses Spiels werden. Albornoz verlor im Dribbling wie ein Anfänger den Ball an Hakimi, der Marko Reus bediente und dieser in der 60. Minute das 2:0 erzielte. Danach brachen alle Dämme bei den Roten. Innerhalb von nur sieben Minuten gelangen dem Tabellenführer aus Dortmund zwei weitere Treffer durch Mario Götze (63.) und Raphael Guerreiro (67.). Der Ehrentreffer gelang vier Minuten vor dem Schlusspfiff Marvin Bakalorz, dessen Schuss aus 16 Metern vom eingewechselten Benjamin Hadzic unhaltbar für Bürki abgefälscht wurde. Axel Witsel setzte den Schlusspunkt aus 20 Metern zum 5:1 mit dem Schlusspfiff. „Am Ende sind wir ein Stück weit unter die Räder gekommen. Wir machen zu viele individuelle Fehler, dafür kann der Trainer nichts“, meinte 96-Keeper Michael Esser. „Spätestens mit dem dritten Tor war die Partie gegessen. Wir haben sicher gegen eine starke Mannschaft gespielt, die vielleicht der kommende Meister ist. Am Ende aber dauert ein Spiel 90 Minuten. Und wir haben in der ersten Hälfte ein Tor, in der zweiten vier Tore bekommen. Das ist dann einfach zu viel“, sagte 96-Manager Horst Heldt zu der derben Auswärtsschlappe.

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