Hannoveraner sind endgültig im Abstiegskampf angekommen / Zwei Tore von Lars Stindl reichen nicht aus

96 kämpft in Unterzahl vergeblich

Es geht zur Sache: Der Hannoveraner Joselu, der eine der guten Möglichkeiten für die „Roten“ hatte, wird in dieser Szene vom Borussen Neven Subotic abgegrätscht. Am Ende gewinnen die Dortmunder bei 96 mit 3:1 Toren. Foto: Kaletta

HANNOVER Am Tag danach stand Tayfun Korkut um 10.10 Uhr auf dem Trainingsgelände und leitete seine Spieler an. Gleichwohl scheint der Trainer von Hannover 96 nach der – wenn auch unglücklichen – 2:3 (1:1)-Niederlage gegen Borussia Dortmund und dem zehnten sieglosen Spiel in Folge in der Fußball-Bundesliga ein Trainer auf Abruf zu sein.

Denn das Abstiegsgespenst hat nun auch Korkut erreicht, nur noch drei Punkte sind die Roten von einem Abstiegsplatz entfernt.

Im Vorfeld hatten weder 96-Präsident Martin Kind noch Hannovers Sportdirektor Dirk Dufner diese Partie vor der mit 49 000 Zuschauern ausverkaufter HDI-Arena zum Schicksalsspiel für Korkut hochstilisiert. Doch durch die Mechanismen in diesem knallharten Bundesligageschäft kann sich der 96-Coach keinesfalls sicher sein, möglicherweise das nächste Spiel in zwei Wochen bei Eintracht Frankfurt noch erleben zu können, auch wenn Dufner meinte: „Ich gehe davon aus, dass es mit ihm weitergeht. Die Tendenz geht da hin.“

Keine Frage, die 96er, auf vier Positionen gegenüber dem schmählichen 0:2 vor einer Woche in Gladbach verändert, zeigten einen durchaus couragierten Auftritt gegen zeitweise durch das Ausscheiden in der Champions League verunsicherte Dortmunder. Die gingen zwar nach ihrer ersten gelungenen Offensivaktion in der 19. Minute durch Pierre-Emerick Aubameyang mit 1:0 in Führung, doch Kapitän Lars Stindl glich nach toller Vorarbeit von Leonardo Bittencourt in der 31. Minute zum 1:1 aus. „Danach ist bei uns der Faden völlig gerissen“, gestand denn auch Dortmunds charismatischer Trainer Jürgen Klopp ein, zumal Bittencourt noch die Riesenchance zur Führung für die 96er kurz vor der Pause vergab und Mats Hummels einen Kopfball von Joselu in der 53. Minute ebenfalls per Kopf von der Torlinie kratzte.

Knackpunkt im Spiel war zweifellos die gelb-rote Karte für Bittencourt in der 55. Minute. Dortmund bekam Oberwasser und erzielte nur zwei Minuten später das 2:1 durch Shinji Kagawa – und lediglich drei Minuten später das vorentscheidende 3:1 erneut durch Aubameyang. Lars Stindl schnürte in der 82. Minute durch ein Traumtor in den Winkel zwar seinen Doppelpack, doch zum Ausgleich reichte es nicht mehr, weil Joselu nach Hereingabe von Miiko Albornoz nur knapp verfehlte (87.) und Leon Andreasen einen Freistoß aus aussichtsreicher Position über das BVB-Gehäuse setzte (90. + 2).

„Nach dieser Niederlage sind wir mittendrin“, meinte Korkut, vermied aber auch jetzt, das Wort „Abstiegskampf“ in den Mund zu nehmen. „Diese Niederlage ist verdammt ärgerlich. Heute hätte sich die Mannschaft für ihre gute Leistung belohnen können“, meinte 96-Torwart Ron-Robert Zieler. wg / gsd

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