Fehlstart

Kein gelungener Einstand für den neuen 96-Trainer Thomas Doll

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Der neue 96-Trainer Thomas Doll steht im Interesse der Medien.

HANNOVER - Auch mit dem neuen Trainer Thomas Doll ist bei Hannover 96 noch nichts besser geworden. Nach dem 0:3 (0:1) gegen RB Leipzig vor 32400 Zuschauern, bei dem die „Roten“ zum fünften Mal in Folge zuhause ohne Tor blieben, rechnete der neue Coach hart mit seinem neuen Klub ab.

Nach der offiziellen Pressekonferenz, in der Doll schon klare Worte fand („keine Power, keine Dynamik“), legte der Mecklenburger aus Malchin in der heimischen Journalisten-Runde noch mehr nach. „Hier muss kühler Nordwind rein. Das Spiel nach vorn hat bei uns nicht stattgefunden – so ehrlich muss man sein. Es gibt Nachholbedarf“, fasste Doll die Defizite der 96-Mannschaft zusammen. Zuvor hatte er seinen Standpunkt schon deutlich ausgedrückt. „Natürlich hatte ich mir etwas anderes vorgestellt und mehr erhofft. 35 Minuten haben wir es gut gemacht, aber dann haben vergessen, Fußball zu spielen. Der Funke zu den Fans ist nicht übergesprungen. Wir müssen schnellstmöglich an den Defiziten arbeiten. Ein bisschen mehr Herzblut darf es schon sein.“ Auch von mangelnder Fitness war die Rede. Alles Aspekte, die Dolls Vorgänger André Breitenreiter nicht zur Ehre gereichen. Aber der neue 96-Coach hatte nicht unrecht. Was das Hannover-Team gegen die zugegebenermaßen in einer anderen Liga spielenden Leipziger zeigte, war schlicht abstiegsreif und genügte nicht Erstliga-Ansprüchen. In der Statistik standen zwar fünf Torschüsse (bei 21 für die Gäste), doch was als „Torschuss“ gewertet wurde, war rätselhaft. 96 hatte nicht eine ernstzunehmende Möglichkeit in diesen kalten 90 Minuten. Ein Armutszeugnis. „Bei unserer Offensivleistung ist es schwierig, zurückzukommen“, gab Winter-Neuzugang Kevin Akpoguma zu. Er spielte damit auf das 0:1 kurz vor der Pause an, als er Leipzigs Cunha gelegt hatte und der Ex-96er Halstenberg humorlos per Strafstoß zum 0:1 traf. 96 hatte sich eigentlich das 0:0 zu Pause verdient. Doch dieses 0:1 war irgendwie symptomatisch für einen potenziellen Absteiger. Leipzigs Kapitän Willi Orban legte in der zweiten Hälfte noch zwei von 96 schlecht verteidigte Treffer (64., 85.) zum 0:3 nach. Danach machten sich auch wieder die „Fans“ mit altbekannten „Kind muss weg“-Chören bemerkbar. In Petto hatten sie auch noch „Und schon wieder keine Punkte, Martin Kind“. Der Frust und die Enttäuschung brachen sich wieder Bahn. „Doll hat eine gute Ansprache ans team, er ist extrem ehrgeizig“, meinte 96-Keeper Esser. „Wir sind nicht robust genug, haben jetzt eine Woche, uns auf Nürnberg vorzubereiten.“ Auf den Abstiegs-Gipfel! Da hakte auch nochmal Akpoguma ein: „Das ist eine Pflichtaufgabe, bei der wir punkten müssen.“ Fragt sich nur: Wie? 

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