Verdiente 0:3-Niederlage gegen Mönchengladbach / „Eines der besten Teams der Liga“

Hannovers Heimserie ist gerissen

Nur selten können die „Roten“ die Gäste ernsthaft bedrängen.

HANNOVER Drei Heimspiele, drei Heimsiege – so die bisher makellose Bilanz in der noch relativ jungen Saison in der Fußball-Bundesliga von Hannover 96 und ihrem Trainer Tayfun Korkut. Diese Siegesserie endete am vergangenen Wochenende im vierten Heimspiel gegen den Tabellenzweiten von Borussia Mönchengladbach mit einer deprimierenden 0:3 (0:1)-Niederlage.

In der mit 49 000 Zuschauern ausverkauften HDI-Arena zeigten beide Mannschaften einen mäßigen Start, in dem sie sich neutralisierten und sich so wenige Torraumszenen ergaben. Nach 19 Minuten war es dann allerdings der Elf von Trainer Lucien Favre vorenthalten, mit ihrer ersten und zugleich letzten Torchance in den ersten 45 Minuten die 1:0-Führung zu erzielen. Christian Schulz und Leonardo Bittencourt bekamen es innerhalb weniger Sekunden nicht geregelt, den Ball vernünftig zu klären, so dass der Ball letztendlich bei Álvaro Dominguez landete, der gefühlvoll auf Max Kruse flankte, der aus fünf Metern nur noch einköpfen musste – unhaltbar für Hannovers Keeper Ron-Robert Zieler.

Dieser Treffer zeigte Wirkung bei den 96ern, allerdings nicht im positiven Sinne. Das gesamte Team, vor allem das Mittelfeld um Regisseur Hiroshi Kiyotake wirkte vollkommen verunsichert und konnte die eigenen Stürmer in der ersten Halbzeit nicht mehr gekonnt in Szene setzen. So ging es mit der 1:0-Führung in die Halbzeitpause. „Gladbach hatte in der ersten Halbzeit auch nur eine Chance, die haben die Gäste allerdings genutzt,“ so ein sichtlich genervter Korkut nach der Partie, dessen Team ein durchdachtes und planvolles Konzept, den Borussen beizukommen, völlig abhanden gekommen schien.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wirkte Gladbach frischer und erzielte auch vier Minuten nach Wiederanpfiff das vorentscheidene 2:0. Ein direkter Freistoß von Granit Xhaka, der auf ein unnötiges Foul von Christian Schulz folgte, fand den Weg ins lange Toreck.

Korkut wechselte mit Kenan Karaman und Artur Sobiech zwei offensive Leute ein. Unverständlich jedoch, dass er den schon in der ersten Halbzeit glücklosen Japaner Kiyotake nicht auswechselte, erst sechs Minuten vor dem Schlusspfiff für ihn den bedauernswerten Jan Schlaudraff einwechselte, der beim 0:2 in dieser kurzen Zeit nichs mehr bewirken konnte. Das 3:0 von Max Kruse in der 90. Minute war nur noch eine Folge der aufgerückten Defensive.

„Wir haben gegen eines der besten Teams der Liga gespielt,“ lobte Korkut die Gäste und schien so von den vielen Unzulänglichkeiten seiner eigenen Elf ablenken zu wollen. Favre selbst wollte den Sieg nicht überbewerten: „Wir konzentrieren uns nun auf das Europa League Spiel gegen Limassol. Das wird schwer genug.“ gsd

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