Gelungener Einstand des neuen Trainers Tayfun Korkut / Bittencourt trifft zweimal

Hannover 96 überrascht mit Sieg bei den „Wölfen“

Torjubel: Artjoms Rudnevs trifft gleich in seinem ersten Bundesligaspiel für Hannover 96 – und bringt die „Roten“ in Führung.

HANNOVER Ja, gibt´s denn so was? Mit dem neuen Trainer Tayfun Korkut holt Hannover 96 durch den 3:1 (1:1)-Sieg bei Niedersachsen-Nachbar VfL Wolfsburg den ersten Auswärts-Dreier und überhaupt die ersten Auswärtspunkte in dieser Saison. Leo Bittencourt sicherte den unerwarteten Erfolg mit zwei Treffern in der zweiten Halbzeit.

Es war der Tag der Debüts: Beim VfL war 17-Millionen-Neuzugang Kevin de Bruyne erstmals dabei, bei 96 saß der neue Trainer Tayfun Korkut erstmals auf der Bank und im Sturm gab Artjoms Rudnevs seine Einstand neben Mame Diouf, der nun doch spielen konnte. Bei minus 9 Grad ging es aber trotzdem gleich heiß her. Diego hatte die ersten beiden Chancen für die „Wölfe“ , erstmals richtig gefährlich wurde es nach 17 Minuten für 96, als Naldo Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler mit einem Freistoß prüfte. Du auch beim nächsten Freistoß von Diego musste sich Zieler ganz lang machen. Umso überraschender nach 29 Minuten dann die Führung für die „Roten“: Nach einem Ballverlust von Wolfsburgs Medojevic kam der Ball zu Rudnevs, der nach Doppelpass mit Diouf Christian Träsch abhängte und an VfL-Keeper Benaglio vorbei zum 1:0 einschoss. Nachdem Ivica Olic knapp den Ausgleich verpasste, hieß es nach 35 Minuten dann doch 1:1. Maxi Arnolds Schuss ließ Zieler abprallen – genau vor die Füße von Olic, der aus abseitsverdächtiger Position eindrückte. Aufgrund der Spielanteile war das Unentschieden aber sicher verdient, denn Wolfsburg hatte klar mehr Ballbesitz und das Kommando schon sehr schnell übernommen.

Nach der Pause dauerte es nur fünf Minuten, bis Bittencourt die erneute Führung gelang. Der Mittelfeldmann nutzte dabei ein Missverständnis zwischen Diego und Medojevic. Von Wolfsburg war nun immer weniger zu sehen. 96 kontrollierte die Partie zunehmend und trat souverän auf. Und auch beim 3:1 für 96 durch Bittencourt patzte Wolfsburg Medojevic. Zuvor hatte de Bruyne seine beste Chance bei einem Gewaltschuss.

„Wir haben zwei Fehler im Spielaufbau gemacht“, kritisierte VfL-Coach Dieter Hecking. „Uns fehlte die Klarheit, wir waren nicht souverän genug.“ Trotz seines Traum-Einstands blieb 96-Trainer Korkut nüchtern: „Wenn wir zusammenhalten, können wir Punkte holen – auch auswärts. Das war ein positiver erster Schritt, dazu war unsere Mannschaft bereit.“ Mehr bedeute sein erster Erfolg mit 96 aber nicht. Und auch mit der Anwesenheit von Ex-Trainer Mirko Slomka hatte Korkut keine Probleme. Es sei vielmehr schön gewesen, dass er da gewesen sei. Doppel-Torschütze Bittencourt war wie alle 96er glücklich: „Das war natürlich eine große Erleichterung.“ Für Präsident Martin Kind sei die Blockade nun gelöst. „Das war mehr, als ich erwartet hatte“, meinte der 96-Boss zufrieden. haz/gsd

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