Rudnews und Schlaudraff im Sturm gegen die Borussen

Hannover rechnet sich Chancen aus

Torwart Ron Robert Zieler, Christian Schulz und Andre Hoffmann hatten in Berlin viel Anlass zum Jubeln, daran wollen sie heute gegen Dortmund anknüpfen. Foto: Kaletta

HANNOVER Nach dem eher unerwarteten 3:0 in Berlin versucht Hannover 96 heute, den leichten Aufschwung in der Fußball-Bundesliga mit einem Erfolg gegen Borussia Dortmund zu bestätigen. „Wir sind nicht chancenlos“, lautete der allgemeine Tenor bei den „Roten“, bei denen unter der Woche Steven Cherundolo seinen Abschied aus der aktiven Spielerkarriere bekanntgab.

Nach rund 15 Jahren sagt der Kalifornier „good bye“ – nicht ganz freiwillig, denn wegen diverser Verletzungen konnte er zuletzt schon lange nicht mehr spielen. Seine Verdienste für 96 sind beachtlich, deshalb soll er wie sein alter Weggefährte Altin Lala auch ein Abschiedsspiel in der Vorbereitung zur kommenden Saison erhalten. Jetzt steigt er erstmal als Co-Trainer bei der zweiten Mannschaft ein. Cherundolos Nachfolger auf der Rechtsverteidiger-Position sind Hiroki Sakai und „Ferry“ Rajtoral, wobei der Japaner derzeit die besseren Karten hat.

Im Sturm sind gegen den Champions League-Starter, dem gestern fürs Viertelfinale Real Madrid zugelost wurde, wieder Artjoms Rudnews und wohl auch Jan Schlaudraff gesetzt. Beide haben sich von den kleineren Blessuren aus dem Hertha-Spiel wieder erholt. Aber eigentlich könnte 96 ja auch ganz ohne Stürmer spielen – in Berlin traf man auch ohne Angreifer dreimal…

Hannovers Hoffnungen, heute nicht leer auszugehen, liegen darin begründet, dass die Dortmunder nicht gerade in Bestform in die HDI-Arena kommen – wie zuletzt auch Leverkusen. Dennoch gebietet sich Respekt gegenüber der Borussia, die schon 54 Tore geschossen hat, wohingegen die „Roten“ auf nur 34 gekommen sind. Von den vergangenen sieben Heimspielen gegen die Westfalen verlor Hannover nur eines.

Für den gelbgesperrten Leon Andreasen wird 96-Trainer Tayfun Korkut wohl dem zuletzt in Ungnade gefallenen Salif Sané eine Chance geben. Als „Sechser“ würde Sané sogar auf seiner Lieblingsposition zum Einsatz kommen. Gelbsperren drohen im Übrigen auch den 96ern Prib, Bittencourt, Marcelo und Pocognoli.

Für Leonardo Bittencourt ist die Partie gegen Borussia noch etwas Besonderes: Er kam für 2,8 Millionen Euro aus Dortmund nach Hannover. „Ich bin dort erwachsen geworden“, blickt der 20-Jährige zurück auf die Lehrzeit mit Reus, Götze und Großkreutz. Ob Bittencourt bei 96 bleibt bis zum Vertragsende 2017, ist offen. Für das Jahr 2015 haben die Dortmunder ein Rückkaufsrecht für sechs Millionen Euro. haz/gsd

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