Schlechte Bilanz: In Leverkusen droht Hannover 96 die nächste Pleite

Nur geringe Chancen auf ersten Rückrunden-Dreier

Das Hinspiel verloren die „Roten“ mit 1:3, hier Jimmy Briand im Zweikampf mit Ömer Toprak.

HANNOVER Mit der Auswärtspartie bei Bayer Leverkusen setzt Hannover 96 seinen Kampf gegen den Abstieg in der Fußball-Bundesliga fort. Gegen die Rheinländer haben die „Roten“ eine ganz schlechte Bilanz, holten aus den vergangenen elf Spielen nur einen Sieg bei sechs Niederlagen und vier Unentschieden.

Allein dies verdeutlicht bereits, wie schwer schon ein Punkt in der BayArena werden wird. Mit zwölf sieglosen Spielen in Folge ist 96 übrigens die einzige deutsche Profimannschaft, die in diesem Jahr noch nicht gewonnen hat. Bei 96 gab es in den vergangenen Tagen das übliche Abstiegskampf-Szenario. Unterschwellige, versteckte Schuldzuweisungen in der Mannschaft wie bei den Verantwortlichen. Ausgenommen blieb davon keiner. Bei einem Sponsorenabend prickte Präsident Martin Kind mehr oder weniger deutlich Sportdirektor Dirk Dufner, der nach Insider-Meinungen die nächste Saison wohl nicht mehr bei 96 erleben dürfte. Der tat wiederum so, als habe er davon nichts mitbekommen. Verdrängungs-Strategie? Im Team rückte unter anderem Torjäger Joselu in die Kritik, nachdem er nach seiner Einwechslung gegen Hertha BSC einen blutleeren, halbstündigen Auftritt zeigte, den einige als „Frechheit“ bezeichneten. Der Spanier, der in der Rückrunde erst einmal traf (bei insgesamt acht Toren), wurde als „Diva“ bezeichnet. Weil Didier Ya Konan aber zuvor genauso schwach agierte, ist Joselu auch in Leverkusen erste Wahl im Sturm.

Eine Umstellung muss Trainer Tayfun Korkut aber auf jeden Fall vornehmen: Salif Sané ist gelb-gesperrt, was zu einer Veränderung der taktischen Formation führen dürfte. Statt wie mit Sané nur mit einem Sechser ist es gut vorstellbar, dass 96 bei Bayer mit Leon Andreasen und Manuel Schmiedebach auf dieser Position beginnt. Schmiedebach saß gegen Hertha auf der Tribüne.

Völlig unten durch ist Jimmy Briand, der auch gegen die Berliner auf der rechten Seite enttäuschte. Fast alle Beobachter fragen sich, wieso der Franzose immer wieder aufgestellt wird. Nach der Saison dürfte für den Franzosen schon wieder Schluss sein in Hannover. Auch neun weitere Verträge laufen im Übrigen aus, was zum größeren Umbruch führen dürfte – Klassenerhalt hin oder Abstieg her!

Angesichts der brenzligen Lage wird wohl auch der Optimismus von 96-Ikone Dieter Schatzschneider nicht helfen. Er hatte die letzten sechs Spieltage der um den Klassenerhalt kämpfenden Teams getippt. 96 traute er 2:1-Heimsiege gegen Hoffenheim und Bremen zu sowie (nach einer 0:2-Pleite in Leverkusen) noch drei 1:1-Unentschieden in Wolfsburg und Augsburg sowie am letzten Spieltag zuhause gegen Freiburg zu. Nach Schatzschneiders Tipp wären die „Roten“ dann bei 38 Punkten auf Platz 14 und damit gerettet. Hinter dem Korkut-Team würden seiner Ansicht nach Stuttgart (15., 37 Punkte), Mainz (16., 33), Hamburg (17., 30) und Paderborn (18., 27) landen. Schaun mer mal, ob „Schatto“, der Ex-96-Torjäger, am Ende Recht behält… haz/gsd

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