Hannover tritt am Sonntag „auf Schalke“ in Bestbesetzung an

Gelingt 96 die dritte Überraschung?

Die Hannover wollen am Sonntag zum dritten Mal in Folge jubeln. Foto: Kaletta

HANNOVER Nach zwei eher überraschenden 3:1-Siegen in Wolfsburg und gegen Mönchengladbach fährt Hannover 96 morgen mit neuem Selbstbewusstsein zum FC Schalke 04. Ab 17.30 Uhr wird sich zeigen, ob das Team des neuen Trainers Tayfun Korkut auch in der Veltins-Arena bestehen wird.

„Solidarität“ – dieses fast schon geflügelte Wort zieht sich durch alle Mannschafts-Bereiche. Korkut hat offenbar in relativ kurzer Zeit schon der „Wir-Gefühl“ neu belebt bei 96 und das Zusammenspiel wieder intensiviert. „Solidarität“ beschreibt die zurückgekehrte mannschaftliche Geschlossenheit. Dass Schalke der bisher härteste Gradmesser wird, versteht sich von selbst.

Das neue Zusammengehörigkeitsgefühl zeigt sich am besten im Angriff. Der lange wechselwillige Mame Diouf profitiert von seinem neuen Sturmpartner Artjoms („Rudi“) Rudnews, von dem sie sich beim schwer angeschlagenen HSV immer noch fragen, warum man ihn nach Hannover ziehen ließ. Rudnews brachte 96 zweimal 1:0 in Front, bereitete den Weg für Diouf. Korkuts System mit zwei Spitzen hat sich schon bewährt.

Ebenso wie die beiden Viererketten dahinter. So dürfte sich auch im Mittelfeld mit Linksfuß Huszti rechts, Bittencourt links und Stindl sowie Schmiedebach als „Sechser“ auch „auf Schalke“ nichts ändern. Schmiedebach, unter Mirko Slomka im Abseits, gilt als größter Profiteur des Trainerwechsels. Und hinten hat sich Andre Hoffmann, ebenfalls zuletzt nur in einer Nebenrolle, als Innenverteidiger neben Marcelo etabliert. Mit dem ebenso wie Rudnews aus Pilsen (Tschechien) ausgeliehenen Frantisek („Ferry“) Rajtoral als rechten Außenverteidiger scheint 96 auch ein Glücksgriff gelungen zu sein. Und links hinten hat Christian Schulz Sebastien Pocognoli und Edgar Prib verdrängt. Auch Innenverteidiger Salif Sané ist vorerst außen vor. So scheint sich vorerst eine „A-Elf“ herauskristallisiert zu haben.

Dass es für das „neue 96“ in Schalke schwer wird, zeigt sich anhand der Statistik der Mannschaft von Trainer Jens Keller, die ebenso wie Hannover die ersten beiden Spiele im neuen Jahr gewonnen hat. Von den letzten sechs Heimspielen ging nur eines (gegen Dortmund) verloren. Und die „Roten“ warten bislang immer noch mit dem einen Auswärtserfolg in Wolfsburg auf.

96-Sportdirektor Dirk Dufner tritt aber auf die Euphoriebremse. Der Start nach der Winterpause sei gut gewesen, aber man dürfe nicht abheben. Auch Trainer Korkut warnt vor den Schalkern, die sich nicht so einfach wegschieben ließen. haz/gsd

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