Hannoveraner verlieren Nordderby in Bremen deutlich und torkeln weiter Richtung 2. Bundesliga

96 gegen „Pizarro & Co.“ chancenlos

Wieder nichts zu machen: 96-Torhüter Ron-Robert Zieler kassiert beim Nordderby in Bremen vier Gegentore, hier das von Gebre Selassie (nicht im Bild).

hannover Es sollte eine erfolgreiche Rückkehr von Thomas Schaaf zu seinen fußballerischen Wurzeln werden, doch es wurde für sein neues Team Hannover 96 ein Desaster. Der langjährige Trainer von Werder Bremen verlor in seinem ehemaligen „Wohnzimmer“ sang- und klanglos mit 1:4 (1:2).

Die „Roten“ bleiben damit weiterhin Schlusslicht der Fußball-Bundesliga und torkeln mehr und mehr gen 2. Bundesliga. Werder hingegen legte nunmehr zehn Punkte zwischen sich und 96. Hinzu kommt, dass den Bremern zudem ihr erster Heimsieg seit August gelang.

Und ausgerechnet Schaafs ehemaliger „Ziehsohn“, der inzwischen 37-jährige Claudio Pizarro, hatte einen Großteil an dieser Schmach für die 96er beigetragen. Das 1:0 (18.) für die Gastgeber durch Finn Bartels, unfreiwillig vorgelegt von Hannovers Außenverteidiger Hiroki Sakai, bereitete der Peruaner mit vor, das 2:0 (26.) erzielte er in grandioser Weise selbst und hat jetzt insgesamt 100 Tore für Werder erzielt. Da standen die Gäste-Spieler mehr Spalier, als dass sie ernsthaft Pizarro am erfolgreichen Torschuss hindern wollten. Und wieder machte der Japaner Sakai auch in dieser Szene eine äußerst unglückliche Figur.

Hoffnung keimte nach dem 1:2-Anschlusstreffer von Kenan Karaman bei den Niedersachsen in diesem Nordderby mit dem Halbzeitpfiff auf. Doch Theodor Gebre Selassie (56.) und Zlatko Junuzovic (67.) machten alle Hoffnungen der 96er zunichte, doch noch etwas im Abstiegskampf ausrichten zu können.

„Wir nehmen aus Bremen nichts Positives mit“, meinte 96-Torschütze Karaman resignierend. So fehlen den Hannoveranern zum Relegationsplatz inzwischen sieben Punkte, zum rettenden 15. Platz acht Zähler. Erschwerend kommt hinzu, dass Hannover nun auch mit 24 Minuszählern das schlechteste Torverhältnis aufweist. „Ich habe mich mehr über das Spiel geärgert, als dass ich mich jetzt darüber freuen kann“, meinte Schaaf, angesprochen auf das Plakat der Werder-Fans, auf dem „Danke Thomas“ zu lesen war. „Wie wir die Tore bekommen haben, ist fahrlässig“, gestand der 96-Coach ein, dass sich einmal mehr die Defensive wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen präsentierte. „So spielt ein Absteiger“, sangen die Bremer Fans freudetrunken und hatten damit auch noch Recht. Neun Spiele stehen noch aus, doch wer glaubt noch ernsthaft daran, dass sich die „Roten“ retten könnten. Es ist die Art und Weise, wie das Team von Thomas Schaaf die letzten Spiele verloren hat. Und diese Art und Weise reicht nicht aus, um in dieser Liga bleiben zu können, denn dieses Team hat derzeit kein Bundesligaformat. wg/gsd

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare