2. Bundesliga

Hannover 96: Geisterspiele mit neuem Traumpaar? 

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Die Roten trainieren in der HDI-Arena weiter in Kleingruppen.

Hannover - Erst der Vertrag für Sportchef Gerhard Zuber, dann die Verlängerung für Trainer Kenan Kocak – das waren die beherrschenden Themen bei Hannover 96 in dieser Woche. 

Ebenso weiter aber auch die Austragung von den restlichen Saisonspielen, die allerhöchstens als „Geisterspiele“ ohne Zuschauer und mit höchstens 300 Beteiligten durchgeführt würden. 

Interessant, wie dabei vor allem Profi-Chef Martin Kind DFL-Boss Christian Seifert in höchsten Tönen für dessen Verhandlungsgeschick mit den TV-Sendern lobt. Kind bescheinigt ihm Führungsstärke und würdigt ihn wegen des tollen Jobs, den Seifert in dieser Zeit mache. Vor noch nicht allzu langer Zeit gab es nicht gerade Harmonie zwischen Kind und der DFL wegen der Konfrontation wegen der 50+1-Regel. Entspannend für 96 und alle anderen 35 weiteren Erst- und Zweitligisten ist, dass das TV-Geld nun fließen wird. Die letzte der vier Saison-Raten wird jedoch geringer als die vereinbarten fünf Millionen Euro ausfallen. „Das muss man verstehen“, sagt Kind. Auch an den TV-Sendern ARD, ZDF, Sky und DAZN geht die Coronakrise nicht völlig spurlos vorbei. Die Übereinkunft mit ihnen gilt aber nur, wenn die Geisterspiele stattfinden können. Der 9., 16. oder 23. Mai sind für den Start im Gespräch. Der Fußball hat darauf jedoch keinen Einfluss – das hängt von den (gesundheits-)poltischen Entscheidungen der Politiker und Virologen ab. Gegen die Geisterspiele gibt es indes auch schon wieder Gegenwind. Teile des Fan-Szene protestierten dagegen mit Transparenten vor der Arena und am Neuen Rathaus: „Nein zu Geisterspielen“ hieß es auf Plakaten. Wem damit gedient ist – darüber kann sich jeder seine eigene Meinung bilden. Endlich „in trockenen Tüchern“ sind inzwischen die Verträge mit Sportchef Gerry Zuber und Coach Kocak. Mit beiden erzielte 96 Übereinkunft bis 2023. Bei Zuber war das Arbeitsgericht mit im Spiel, das von dem Österreicher vor dem Amtsgericht erstrittene unbefristete Arbeitsverhältnis wandelten beide Seiten vor dem Landgericht um. Auch hier bemerkenswert, wie Zuber und Kind nun das Vertrauensverhältnis herausstreichen, nachdem man sich unlängst noch konträr gegenüberstand. Auch Kocak erhielt einen Dreijahresvertrag. „Das ist mutig und eine lange Zeit“, räumte Kind ein. Er sieht die beiden leitenden Angestellten vertrauensvoll zusammenarbeiten. Und er bezeichnet das neue Führungs-Duo sogar als „Traumpaar“. Das „Miteinander“ stehe im Vordergrund der Zusammenarbeit. Mit weniger Geld als bei ihren Vorgängern (zuletzt Jan Schlaudraff und Mirko Slomka) sollen Zuber und Kocak 96 besser machen – das wird eine interessante Aufgabe. Unterdessen haben die Roten mit Mick Gudra (19) ein weiteres Talent an sich gebunden. Der aus Bonn stammende Stürmer unterschrieb für drei Jahre. Anfang Februar zog er sich einen Kreuzbandriss zu. Gudra ist nach Simon Stähle der zweite U19-Spieler aus der 96-Akademie, der einen Profivertrag erhält. Stähle hatte bereits im Februar bis 2022 zugesagt.

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