Hannover will gegen Hoffenheim die Negativserie beenden

Fünf-Spiele-Mission bei 96 startet heute

Heute soll der Spieß umgedreht werden: Im Hinspiel muss sich Lars Stindl gegen Hoffenheim mit 3:4 geschlagen geben.

HANNOVER Eigentlich kann jetzt nach 13 sieglosen Spielen alles nur besser werden! Nach dem „Trainer-Beben“ in Hannover mit der Entmachtung von Tayfun Korkut und der Inthronisierung von Michael Frontzeck hofft 96 nun auf den entscheidenden Impuls, um dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga zu entgehen. Einen wichtigen Schritt zum Klassenerhalt können die „Roten“ heute ab 15.30 Uhr machen, wenn die TSG 1899 Hoffenheim zu Gast in der HDI-Arena ist.

Mit knapp 49 000 Zuschauern dürfte sie fast ausverkauft sein, da nur der Gästefanblock wohl nicht ganz voll wird, für den verbleibende Tickets aber nicht für Hannover-Anhänger verkauft werden dürfen. Unter den Fans werden zum ersten Mal wieder auch die „Ultras“ sein, die die Erstliga-Heimspiele von 96 bis jetzt boykottiert hatten, weil sie sich im Clinch mit 96-Präsident Martin Kind wähnen, der ihnen unter anderem ihr „Lieblingsspielzeug Pyrotechnik“ strikt untersagte. Bleibt abzuwarten, ob es gleich wieder erneute Vorfälle gibt oder ob sich dieser Teil der Fans im Sinne des Klubs besonnen haben...

Frontzeck, der einst unter Ewald Lienen schon mal Co-Trainer bei 96 war, hat die verunsicherte Mannschaft um Kapitän Lars Stindl seit seinem Amtsantritt am vergangenen Dienstag versucht, stark zu reden. Das psychologische Moment stand in den letzten Tagen ganz klar im Vordergrund – Zuckerbrot statt Peitsche.

Um sportlich zu werden: Bei Hiroshi Kiyotake dürfte wohl alles Zureden nicht helfen. Der Japaner ist nicht auf dem Damm, fällt für Hoffenheim aus. Sein Landsmann Hiroko Sakai fehlt auch wegen einer Gelbsperre, ebenso Ceyhun Gülselam. So ist Frontzeck schon deshalb gezwungen umzustellen. Manuel Schmiedebach ist neben Leon Andreasen ein Kandidat für die „Doppel-Sechs“, obwohl nach dem bitteren 0:4 in Leverkusen alles andere als Teamgeist versprühte.

Nicht ausgeschlossen auch, dass Frontzeck, der sich geschickterweise Ex-Außenverteidiger Steven Cherundolo als Assistent an seine Seite holte, mit zwei Spitzen spielen lässt: Joselu und Ya Konan. An Torgefahr hat es ja zuletzt erheblich gemangelt. Auch in der jüngsten Vergangenheit in Vergessenheit geratene Akteure könnten eine neue Chance bekommen: Jan Schlaudraffs fußballerische Geistesblitze sind trotz anderer Schwächen immer eine Option, Flanken und Freistöße wie von Christian Pander haben den „Roten“ zuletzt auch gefehlt. Dass gegen Hoffenheim, gegen das 96 jedoch oft Probleme hatte, nur ein Dreier weiterhilft, muss eigentlich nicht nochmals betont werden.

Spannend bleibt es auch in der Chefetage. Frontzeck soll nur die letzten fünf Partien bleiben plus eventuelle Relegationsspiele. Für Sportdirektor Dirk Dufner scheinen die Tage bei 96 auch gezählt. Er wurde von Kind schon mehrfach öffentlich „abgewatscht“, für die teils schlechte Einkaufspolitik verantwortlich gemacht. Schließlich hat 96 diese Saison die teuerste Mannschaft aller Zeiten mit fast 40 Millionen Euro Spieler-Budget.

Ein Geschäftsführer soll nun her, im Gespräch ist Andreas Rettig, der zuletzt DFL-Geschäftsführer war und zuvor in Augsburg, wo er mit Jos Luhukay zusammenarbeitete. Der holländische Coach wiederum zählt mit zu den für die nächste Saison gehandelten Trainern. Selbstverständlich wird Interesse (noch) dementiert. Die personelle Besetzung für die kommende Saison ist aber noch Schall und Rauch – zunächst braucht 96 heute die drei Punkte gegen die TSG Hoffenheim. haz/gsd

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