Hannover 96 hat bisher enttäuscht / Wende nach der Länderspiel-Pause?

Erster Dreier im Derby als Hoffnungszeichen

Endlich der erste Saisonerfolg: Die Erleichterung war bei Spielern und Fans nach dem Sieg gegen Bremen groß. Foto: Kaletta

hannover Nach dem mühsamen 1:0-Sieg gegen Werder Bremen ist Hannover 96 als Tabellenvorletzter in die Länderspiel-Pause gegangen. Wenigstens nicht als „Schlusslicht“, bleibt anzumerken, doch der erste Dreier der neuen Saison macht zumindest ein kleines bisschen Hoffnung für die weiteren Spiele.

Mit dem Erfolg im Nachbarduell gegen Bremen und zuvor dem 1:1 in Wolfsburg konnten auch die ersten Kritiker vorerst ruhig gestellt werden. Nach der Sieglos-Serie zu Saisonbeginn rückte Trainer Michael Frontzeck bereits in den Blickpunkt – vor allem das enttäuschende 1:3 gegen die schwachen Stuttgarter hatte vielen Beobachtern uns Zuschauern aufs Gemüt geschlagen. Viele konnten zudem nicht verstehen, dass er das Angebot von Klubchef Martin Kind, noch kurz vor Ende der Transferzeit Personal nach zu verpflichten, nicht angenommen hat. Frontzeck vertraute auf seine Spieler, doch längst nicht alle – vor allem die neuen – konnten das Vertrauen zurückgeben. Bei den Erklärungsversuchen der Frontzeck´schen Ablehnung wirkte auch der sonst so eloquente 96-Präsident nicht gerade souverän.

Von den neuverpflichteten Spielern hat bisher allein der Freiburger Oliver Sorg einen Stammplatz für sich reklamieren können – ob nun hinten rechts oder auch links. Alle anderen Neuen kamen über Intermezzi kaum hinaus. Am bittersten ist wohl, dass der als neuer Torjäger geholte Mevlüt Erdinc nicht ansatzweise diesen Ansprüchen und Hoffnungen gerecht werden konnte. Auch Felix Klaus und der eher noch wie ein A-Jugendlicher wirkende Franzose Allan Saint-Maximin kamen über sporadische Einsätze nicht hinaus.

Charlie Benschop, ebenfalls als neue Sturm-Hoffnung geholt, war zuletzt verletzt; er hatte beim 2:2 in Darmstadt Hannovers erstes Bundesliga-Tor der Serie erzielt, doch danach kam nichts mehr. Der Däne Uffe Bech hatte es sich mit Frontzeck aus disziplinarischen Gründen verdorben und musste für drei Wochen zu Michael Krüger in die U 23-Mannschaft der „Roten“. Jetzt ist Bech wieder in den Profi-Kader zurück gekehrt.

Eine wichtige Personalie war die Verpflichtung von Martin Bader. Als „Geschäftsführer Sport“ sollte der bisherige Nürnberger nach und nach die Aufgaben von Martin Kind übernehmen, der sich bekanntlich peu à peu zurückziehen möchte. Bader ist derzeit in seiner Einarbeitungsphase, schaut sich die Strukturen bei 96 an, um demnächst ins operative Geschäft einzusteigen. Dazu wird auch die Verpflichtung eines neuen Sportdirektors gehören, der Dirk Dufner ersetzen soll. Man darf gespannt sein, wen 96 für diesen wichtigen Posten holen wird.

Im nächsten Auswärtsspiel muss Hannover 96 nach Köln (18. Oktober), ehe Eintracht Frankfurt (24. Oktober) kommt. haz/gsd

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