Hannover 96 feiert vierten Heimsieg und 16 Punkte

„Eine Hausnummer“

Leonardo Bittencourt hat die Führung auf dem Fuß. Fotos: Kaletta, Zwing

HANNOVER Nach der desolaten Leistung in der zweiten Runde des DFB-Pokals mit dem 0:2 gegen Zweitligist VfR Aalen standen bei Hannover 96 die Zeichen auf Wiedergutmachung. Sie ist mit dem 1:0 (0:0)-Sieg gegen die Eintracht aus Frankfurt am zehnten Spieltag der Bundesliga gelungen.

Gegen die Hessen musste Trainer Korkut sein Team auf vier Positionen verändern. Für den rot gesperrten Gülselam kam der erst 21-jährige Maurice Hirsch zu seinem Startelf-Debüt. „Ich habe in meinem ersten Bundesligaspiel nicht so abgeklärt gespielt. Er hat ein Superspiel gemacht“, lobte 96-Routinier Christian Schulz den Youngster. Auch Eintracht-Coach Thomas Schaaf veränderte seine Mannschaft auf vier Positionen.

Diese gesamten Umstellungen sollten zunächst nur auf Hannoveraner Seite Früchte tragen. 96 war von Anfang an griffig, gewann die entscheidenden Zweikämpfe und hatte mehr vom Spiel. Der wiedererstarkte Hiroshi Kiyotake setzte sich in der 11. Minute das erste Mal auf der rechten Seite durch, spielte flach in den Fünfmeterraum und Joselu verpasste nur knapp. Ein erster gelungener Annäherungsversuch der 96er. Auch das Eckenverhältnis, zu diesem Zeitpunkt 3:0 für 96, zeigte, dass die Elf von Trainer Schaaf noch nicht im Spiel war.

In der 19. Spielminute landete die Kugel dann das erste Mal im Gäste-Tor. Joselu brachte den Ball gefühlvoll vors Tor, wo Jimmy Briand, der heute ebenfalls eine sehr starke Partie zeigte, über den Verteidiger sprang und einköpfte. Nur der Schiedsrichterassistent hatte etwas dagegen, nachdem Sascha Stegemann das Tor schon geben wollte. Er sah ein zu hartes Einsteigen von Briand, was dann zu Unrecht, so die Meinung von 96-Präsident Martin Kind, abgepfiffen wurde. „Ich habe da ein klares Tor gesehen.“ Dieses nicht gegebene Tor sollte Wirkung zeigen. Hannover war nach dieser Aktion nicht mehr so im Spiel wie zuvor, was der Frankfurter Eintracht in die Karten spielte. Sie kamen ihrerseits immer besser ins Spiel, erarbeiteten sich erste Halbchancen, die aber nicht zum Erfolg führten.

„Wir hatten das Spiel in der ersten Halbzeit im Griff“, resümierte Schulz. „Auch nach der Halbzeit sind wir nicht, wie normalerweise, in ein Loch gefallen, sondern haben weiter gut gespielt.“ Diese Aussage stützte sich auf zwei Großchancen, die Hannover sich kurz nach der Halbzeit erspielte. Bei beiden Schüssen von Kiyotake und Joselu war allerdings der Frankfurter Keeper Felix Wiedwald auf dem Posten.

Frankfurt fand erst ab der 60. Minute richtig in die zweite Halbzeit, als Stefan Aigner zum ersten Mal Ron-Robert Zieler prüfte. Sonny Kittel versuchte es in der 70. Minute aus elf Metern, doch auch er scheiterte an Zieler. „Ich habe bis zur letzten Minute die Hoffnung gehabt, hier Punkte mitzunehmen“, sagte Frankfurts Trainer Thomas Schaaf. Denn als alle Zuschauer und wohl auch beide Teams schon mit dem 0:0 rechneten, bekam 96 in der 88. Minute einen Freistoß aus dem Halbfeld. Kiyotake brachte den Ball in den Strafraum, wo Marcelo das Leder verlängerte und Alexander Madlung der Ball unglücklich an den Oberschenkel sprang und von da an Wiedwald vorbei ins Tor zum Sieg landete.

„Diese 16 Punkte sind schon eine Hausnummer. Egal wie viele Tore wir schießen, die Punkte zählen und damit bin ich zufrieden“, stellte Schulz klar. Trainer Tayfun Korkut nannte sein Team die „Mannschaft der Rückschläge, die immer auf schlechte Spiele antwortet“, und brachte es für sich auf den Punkt. „Wir haben fünf Spiele zu Null gespielt. So gewinnt man Spiele.“ lg/gsd

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