Bundesliga-Abstiegskampf

96 verliert auch das Nordderby in Wolfsburg

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Ernste Gesichter sieht man bei den Hannoveranern nach der 1:3-Niederlage in Wolfsburg.

HANNOVER – Nach der 1:3 (1:1)-Niederlage von Hannover 96 im Niedersachsen-Derby beim VfL Wolfsburg hat 96-Chef Martin Kind den Klassenerhalt endgültig abgehakt. „Es gibt ja Wunder, aber an Wunder glaube ich nur begrenzt. Fußball geht weiter, für uns leider in der zweiten Liga“, meinte Kind.

Recht optimistisch waren die Roten nach Wolfsburg gefahren, und es sah nach der 1:0-Führung durch Henrik Weydandt nach einer halben Stunde auch gar nicht so schlecht um den Tabellenletzten aus. Doch das 1:1 kassierten die Gäste dann viel zu schnell, nämlich nur eine Minute später, als Kevin Wimmer durch einen Stellungsfehler Renato Steffen die Möglichkeit ließ, per Kopf den Ausgleich zu erzielen. „Das ist ein Kopfballduell im Strafraum groß gegen klein –das muss man anders lösen“, bemängelte 96-Trainer Thomas Doll das schlechte Defensivverhalten seines Innenverteidigers. Steffen war es auch, der die Wolfsburger mit dem 2:1 nach 71 Minuten endgültig auf die Siegerstraße einbiegen ließ. Nur sieben Minuten später machte Jerome Roussillon mit dem 3:1 den Deckel drauf für den VfL Wolfsburg um Trainer Bruno Labbadia, der sich mit diesem Sieg alle Optionen auf die Europa League offen hielt. Nach acht von neun Niederlagen unter Doll beträgt der Abstand der 96er auf den Relegationsplatz 16 bereits sieben Punkte bei noch sechs Partien. Dennoch wies 96-Manager Horst Heldt darauf hin, von ihm „jetzt nicht zu hören, dass es das war“ mit dem Abstieg. Auch Doll meinte nach dieser vermeidbaren Niederlage: „Natürlich hoffen wir noch immer.“ Ins gleiche Horn blies auch 96-Kapitän Marvin Bakalorz: „Ich glaube noch daran. Was bleibt uns auch anderes übrig?“ „Wir haben jetzt im Wesentlichen Planungssicherheit. Jetzt kann man wirklich alle Fragen kritisch analysieren“, sagte hingegen Kind und schloss damit ein, dass er zeitnah mit 96-Manager Horst Heldt sprechen wird. Diese dürften wohl auf eine vorzeitige Trennung hinauslaufen, um einem neuen Manager frühzeitig die Planungen für die zweite Liga zu überlassen. Kind gab indes Doll die Garantie, bis zum Saisonende bleiben zu können. Gleichwohl griff Kind nun auch in sportliche Belange ein, als er deutlich machte, dass der Japaner Takuma Asano nicht mehr eingesetzt werden dürfe, sonst fiele laut Vertrag, der bei einer bestimmten Anzahl von Einsätzen, eine Ablösesumme von über drei Millionen Euro an Arsenal London an. Dazu sei Kind aber nicht bereit. Somit wird Asano nicht mehr im Kader stehen. 

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