Abstiegskampf

Dank Müller: Hannover 96 feiert wichtigen Sieg gegen Nürnberg

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Nicolai Müller (rotes Trikot) erzielt beide Tore beim 2:0-Erfolg der Hannoveraner im Abstiegsduell gegen den 1. FC Nürnberg.

HANNOVER - Das Spiel? Zum Vergessen! Die drei Punkte? Ganz wichtig! Mit dem 2:0-Gruselfußball-Kick gegen den 1. FC Nürnberg, im Vorfeld auch als „El Kackico“ verspottet, beendete Fußball-Bundesligist Hannover 96 eine lange Misserfolgsserie mit neun sieglosen Partien in Folge seit November 2018.

Und erstmals nach 521 Minuten haben die „Roten“ zuhause vor 33 700 Zuschauern auch endlich einmal wieder ein Tor erzielt – am Ende der fünfminütigen Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Es war das erste von Nicolai Müller, der auch für den zweiten Treffer in der 77. Minute verantwortlich zeichnete. Aber sonst? Sollte man lieber den Mantel des Schweigens über dieses unsäglich schwache Bundesligaspiel legen. Die 96er waren noch die Einäugigen unter den Blinden. Denn was Nürnberg ablieferte, spottete jeder Beschreibung. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht“, meinte FCN-Trainer Köllner hinterher allen Ernstes. Der Mann muss bei einem anderen Match gewesen sein. Und die rote Karte für Simon Rhein, der nach einem üblen Tritt gegen Hannovers Julian Korb schon nach elf Minuten raus musste, empfand er als „hart. Sie hat das Spiel beeinflusst.“ Aus der fast 80 minütigen numerischen Überzahl konnte 96 indes kein Kapital schlagen. Zu ängstlich, umständlich und auch hilflos agierte das Team von Neu-Trainer Thomas Doll. Und versemmelte dabei vor allem in der Schlussphase noch etliche Chancen. Im Abstiegskampf muss 96 jedoch diese vielen Unzulänglichkeiten ausblenden. Was zählt, ist allein dieser erst dritte Saisonsieg (zuvor 2:1 gegen VfL Wolfsburg, 3:1 gegen VfB Stuttgart). „Es war klar, dass es keinen Champagner-Fußball gibt“, versuchte Doll hinterher, allzu hohe Erwartungen herunterzuschrauben. „Wir haben ein Zeichen gesetzt, dass wir noch leben. Das war nur ein kleiner guter Anfang, wir müssen hart weiterarbeiten. Wir brauchen Feuer in jeder Trainingseinheit.“ „Eine große Erleichterung“ war das 2:0 gegen die Franken auch für 96-Kapitän Waldemar Anton. „Das gibt wieder Selbstvertrauen. Aber wir müssen jetzt weiter eine Schippe drauflegen. Der Druck fällt etwas ab“, meinte der Innenverteidiger, der selbst mit einem strammen Schuss eine gute Chance (36.) hatte. Doppeltorschütze Müller freute sich darüber, dass das Gefühl, doch noch siegen zu können, zurück sei. „Es ging nur ums Gewinnen, es wird noch ein harter Weg“, sagte die Nachverpflichtung. Bei der kleinen Siegesfeier könne er jedoch nicht dabei sein. „Aber die Jungs sollen mit die Rechnung geben“, wollte sich Müller nicht lumpen lassen. Bitter für 96 indes die Verletzung vom ebenfalls nachverpflichteten Kevin Akpoguma, der auf die rechte Schulter stürzte und ausgewechselt werden musste. Ausgerechnet beim Spiel der 96er bei seinem Ex-Klub in Hoffenheim am kommenden Samstag droht er auszufallen. 

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