Anreise oder Hertha: Was ist heute schwerer für Hannover 96?

„Busfahrer streikt nicht“

Die „Roten“ wollen heute wieder feiern. Foto: Zwing (gsd)

HANNOVER Was wird für Hannover 96 heute zum größeren Problem? Die Bundesliga-Partie ab 20.30 Uhr bei Hertha BSC oder schon die Anreise nach Berlin? Wegen der Lokführer-Streiks muss das Team von Trainer Tayfun Korkut vom eigentlich geplanten ICE in den Mannschaftsbus umsteigen und über die freitags gewohnt übervolle A 2 in die Hauptstadt düsen. „Wir fahren mit dem Bus rechtzeitig los, und unser Busfahrer streikt auch nicht“, nahm es Korkut im Vorfeld der letzten Partie vor der Länderspielpause am darauffolgenden Wochenende mit Humor.

Und für die Minimalisten aus Hannover soll nun auch Berlin eine Reise wert sein. Mit nur lächerlichen sieben Toren 16 Punkte holen und rauf auf Platz sechs – das ist schon bemerkenswert. So effektiv wie die „Roten“ ist derzeit keine andere Mannschaft in der 1. Liga. Ob der Fußball, den Korkut spielen lässt, allerdings immer so gut bei den Fans ankommt, ist eine andere Frage. Vielen ist die vorrangige Defensiv-Strategie unter der Maßgabe „die Null muss hinten stehen“ nicht attraktiv genug – wobei sich die nächste Frage stellt: Was ist wichtiger: Gala-Glamour-Fußball oder die nüchterne Punkteausbeute? Korkut leide unter einem Missverhältnis von Zweckfußball und Attraktivität, urteilen Szenekenner.

Vielleicht trifft 96 ja nach dem Eigentor-1:0-Sieg gegen Frankfurt in Berlin auch mal wieder selbst! Toptransfer Joselu wartet auf seinen dritten Treffer für 96, ist mit zwei Törchen schon erfolgreichster Torschütze. Ob der Spanier bei Hertha einen Sturmpartner bekommt, muss man abwarten. Ebenso, ob möglicherweise schon Lars Stindl zurückkehrt. Es wäre der erste Saisoneinsatz des Kapitäns, der sich Ende August einen Außenbandriss im rechten Knie zugezogen hatte. „Er ist in unseren Überlegungen“, deutete Korkut vielsagend an.

Nicht dabei sind weiterhin Christian Pander und Miika Albornoz. Auch Leon Andreasen ist vorerst kein Thema: Bei einer weiteren Untersuchung wurde eine weitere Verletzung festgestellt – ein Sehnen-Teilabriss im Oberschenkel. Zuvor war eine Nervenreizung am hinteren Beckenring diagnostiziert worden. Mit dabei sind wieder Edgar Prib und Ceyhun Gülselam. haz/gsd

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