Quo Vadis?

96-Aufholjagd oder Abschiedstour?

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Athletiktrainer Tobias Stock bereitet die Roten auf das Training vor. Im Mittelpunkt steht ein Spiel auf drei Tore und Abschlüsse der Offensivkräfte.

HANNOVER - Gibt es nach der erneuten Riesen-Enttäuschung bei der Pleite in Hoffenheim eine Reaktion bei Hannover 96? Am Sonntag (15 Uhr) haben die „Roten“ Eintracht Frankfurt in der HDI-Arena zu Gast, was nichts Gutes erahnen lässt.

Denn die Hessen waren zuletzt nicht nur in der Fußball-Bundesliga gut drauf, sondern überzeugten am Donnerstag auch gerade wieder in der Europa League. Mit 4:1 warfen Trainer Adi Hütter & Co. die Ukrainer von Schjachtor Donezk raus und stehen jetzt im Achtelfinale, in dem sie auf Inter Mailand treffen. Rebic (7 Tore), Jovic (14 Tore) und Haller (11 Tore) – jüngst wurden Frankfurts Tor-Helden als „die drei Verrückten“ bezeichnet – was aber nicht despektierlich, sondern wertschätzend gemeint war. Mithin hat das Trio mehr Tore erzielt wie 96 insgesamt (20). Auch dies zeigt schon auf, was das Team von Trainer Thomas Doll am Sonntag erwartet. Mitte der Woche ließ es Doll im Training krachen. Rekonvaleszent Edgar Prib, Genki Haraguchi, Bobby Wood und Marvin Bakalorz hatten mit Blessuren zu kämpfen, nachdem der neue Coach ja schon kurz nach seinem Antritt angekündigt hatte: „Wenn kein Feuer im Training ist, bringen wir Feuer rein.“ Hoffentlich wird´s in Sachen Aufstellung gegen Frankfurt nicht zu brenzlig. Denn mit Walace fällt einer der 96-Brasilianer wegen der fünften gelben Karte aus. Jonathas meldete sich im Training zurück, doch es bleibt abzuwarten, ob er endlich einmal mehr zeigt als schlampigen und wirkungslosen Fußball wie zuletzt – falls ihn Doll überhaupt in der Start-Elf berücksichtigt. Kandidaten für den Angriff sind eher „Henne“ Weydandt und Nicolai Müller, der gegen Nürnberg doppelt traf, in Hoffenheim aber ebenso wie alle anderen Akteure eine ganz schwache Vorstellung ablieferte. Wie Doll hinter den Stürmern aufstellt, entweder im 4-4-2 mit Mittelfeld-Raute oder defensiv mit Fünferkette, ist offen. Apropos Müller: Die Eintracht war sein vorheriger Klub, von dem er nun nach Hannover ausgeliehen wurde. In seinen vergangenen acht Spielen gegen Frankfurt blieb er indes sieglos. Auch dies kein gutes Omen für 96, das die letzten fünf Duelle mit den Hessen allesamt verlor. Sieg Nummer sechs wäre Klub-Rekord für Eintracht. Die 96er klammern sich auch daran, dass der Spielplan für sie spricht. Allerdings haben sie mit Augsburg und Stuttgart ausgerechnet noch Auswärtspartien zu bestreiten – bekanntlich gab es in der Fremde 23 Mal keinen Sieg zu holen. Ob 96 mit einem Überraschungs-Sieg gegen Frankfurt doch noch einmal eine Aufholjagd starten kann, wird die Partie am Sonntag zeigen. Oder geht bereits die Abschiedstour in Richtung zweite Liga los beziehungsweise weiter?

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