Entscheidung gefallen

96 gewinnt 3:0 – und steigt trotzdem ab

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Waldemar Anton erzielt das 1:0 für Hannover 96, doch am Ende reicht selbst der 3:0-Erfolg gegen Freiburg nicht mehr zum Klassenerhalt.

Hannover – Am Sonnabend um 17.18 Uhr war es nun nach vielen Wochen endgültig klar: Hannover 96 steigt zum sechsten Mal aus der Bundesliga ab. Trotz eines nochmal schönen 3:0 (1:0)-Sieges gegen einen unterirdisch schwachen SC Freiburg vor 38 100 Zuschauern.

So war das Ende dieses Spiels völlig skurril. Gewonnen – und trotzdem abgestiegen. Die Fans hatten sicher einen Klos im Hals, feierten aber die „Roten“, die ebenso minutenlang regungslos vor der Nordkurve standen, als hätten sie sich wie vor vielen Jahren für die Europa League qualifiziert. Die eh nur theoretische Rettungs-Chance war in die Hose gegangen, weil Nachbar VfL Wolfsburg 0:3 in Stuttgart eingegangen war. Nichts mit Niedersachsen-Hilfe. „Das ist kein schöner Moment. Keiner kann sich freuen über diese Leistung“, schluckte 96-Trainer Thomas Doll, für den es der erste Abstieg ist. „Wir sind aber nicht heute abgestiegen.“ Waldemar Anton (39.) per Kopf, Rückkehrer Ihlas Bebou (51., aus sechs Metern) und der eingewechselte Walace (81., mit tollem Weitschuss) hatten zumindest für einen siegreichen Heimabschluss gesorgt. Aber Feierlaune? Nein, die blieb den 96-Spielern im Hals stecken. „Das ist ein extrem beschissenes Gefühl“, meinte Torwart Michael Esser, der sich nach langer Wartezeit den Reportern stellte. „Wir wussten über den Stand in Stuttgart Bescheid. Ich habe hinter dem Tor nachgefragt.“ Die Stadion-Regie indes verweigerte die Einblendung des Spielstands aus Stuttgart, um nicht für schlechte Stimmung zu sorgen. Fake-News im Fußball. „Wir sind in der Saison zu spät wach geworden, hatten viele Verletzte, keine Glücksmomente und es fehlte auch Qualität“, meinte Esser weiter. „Es ist alles zusammengekommen.“ „Ich bin ein bisschen leer“, stammelte Marvin Bakalorz. „Total enttäuschend, so abzusteigen. Wir haben gesehen, was drin ist.“ Ganz speziell war der Abstieg und Abschied von Niclas Füllkrug. Nach halbjähriger Verletzungspause kam er in der 84. Minute rein – und wurde gnadenlos ausgepfiffen. Seinen Wechsel zu Werder Bremen nehmen ihm die Fans übel. Was sie wohl vergessen: Unter anderem mit seiner Ablöse (6,5 Millionen Euro) soll das neue Team für die 2. Liga formiert werden. Trainer Thomas Doll: „Fülle hat so viel für 96 geleistet. So einen Abgang hat er nicht verdient!“

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