Freitagabendspiel

Kann Hannover 96 die Wölfe zähmen?

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Nordderby: Im DFB-Pokalspiel ziehen die Hannoveraner, hier Genki Haraguchi (l.) beim Kopfball, gegen Wolfsburg den Kürzeren, das soll Freitag anders laufen.

HANNOVER - Vor elf Tagen haben die beiden Bundesligisten Hannover 96 und der VfL Wolfsburg noch in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegeneinander gespielt. Damals gewannen die Wolfsburger mit 2:0. Beide Teams begegnen sich nun im Punktspiel am Freitagabend um 20.30 Uhr erneut an selber Stelle.

Die Hannoveraner, die derzeit bei lediglich sechs Punkten den Relegationsplatz einnehmen, sind vor diesem Niedersachsen-Duell von Verletzungssorgen geplagt. So fällt weiterhin Torjäger Niclas Füllkrug wegen seiner Knieprobleme aus, er wird in München behandelt. Auch Füllkrugs Sturmkollege, der Japaner Takuma Asano, kann nicht spielen. Auch in der Verteidigung gibt es mit Felipe, der wegen eines Muskelfaserrisses bis mindestens zum Jahresende fehlen wird, und Oliver Sorg aus privaten Gründen zwei weitere Ausfälle. „Bei Pirmin Schwegler werden wir das Abschlusstraining morgen abwarten. Aber es sieht nicht gut aus. Er hat nach wie vor Schmerzen im Sprunggelenk“, sagte Trainer André Breitenreiter gegenüber „dpa“. Jammern gilt bei den 96ern aber dennoch nicht. „Das ist ein wichtiges Spiel. Wir wollen mit Selbstvertrauen und guter Stimmung in die Länderspielpause gehen. Aber selbst, wenn wir heute Abend gewinnen, haben wir den Klassenerhalt danach noch nicht sicher“, ergänzte der 96-Coach. Hannovers mächtiger Boss Martin Kind stärkte unter der Woche indes den Trainer. „Er hat unser volles Vertrauen“, meinte Kind. Und auch 96-Manager Horst Heldt steht zu Breitenreiter: „Der Trainer verhält sich exzellent.“ Die Brisanz aus diesem Match rührt gleichwohl daher, dass zum einen Heldt zum VfL Wolfsburg wechseln wollte, Kind ihm aber die Freigabe seines bis 2021 laufenden Vertrages verweigerte. Die Wolfsburger mussten sich somit nach der Entlassung von Olaf Rebbe nach einem neuen Geschäftsführer umschauen und verpflichteten Jörg Schmadtke, der von 2009 bis 2013 Sportdirektor bei Hannover 96 war. Es waren unter ihm und dem damaligen Trainer Mirko Smolka überaus erfolgreiche Jahre, als sich die Roten zweimal für die Europa League qualifizieren konnten und 2012 sogar das Viertelfinale erreichten. Nun aber gilt es für die nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzenden Hannoveraner, den Hebel umzulegen und endlich zu punkten. Ob dies nun ausgerechnet gegen die Wolfsburger gelingt? „Wir haben jetzt eine Phase, in der uns Punkte fehlen. Aber das muss man gemeinsam durchstehen, um danach wieder Schritte nach vorn zu machen“, sagt Breitenreiter, der sich wünscht, dass sein Team mit einem Erfolgserlebnis in diesem Niedersachsen-Duell etwas beruhigter in die Länderspielpause gehen kann. 

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