Hannoveraner verlieren Bundesliga-Partie beim VfB Stuttgart trotz Führung / Zweite Halbzeit laut Duffner „Katastrophe“

96 bleibt auswärts Punktelieferant

Kann auch nicht die entscheidenden Akzente setzen: Szabolcs Huszti (r.) geht mit seinen „Roten“ auch beim Auswärtsspiel in Stuttgart wieder leer aus. Fotos: Kaletta

HANNOVER Sie trugen ihre grünen Auswärtstrikots. Ist ja das Synonym für Hoffnung. Aber sie wurde wieder mal enttäuscht. Hannover 96 kassierte beim 2:4 (2:2) in Stuttgart die siebte Auswärtspleite in Folge, bleibt weiter die einzige Mannschaft in der Fußball-Bundesliga ohne einen einzigen Auswärtspunkt.

Selbst der Ex-96er Konstantin Rausch traf gegen sein ehemaliges Team, machte mit dem Treffer zum 4:2 den Deckel drauf. Will bei der „Torgefahr“ Rauschs schon etwas heißen...

Am Ende konnten die „Roten“ von Glück reden, nicht noch höher verloren zu haben. Der VfB, der im Kalenderjahr 2013 erst seinen vierten Bundesliga-Heimsieg schaffte, vergab noch diverse Chancen. Entsprechend geplättet waren einmal mehr die Hannoveraner. „Unglaublich, wie das wieder passiert ist“, war Torwart Ron-Robert Zieler sauer. „Ich kann das auch nicht mehr erklären.“

Die Erklärung war indes, dass sich 96 erneut gravierende Abwehrschnitzer leistete. Vor dem 1:0 Stuttgarts wurde den VfBer Moritz Leitner nicht angegriffen, konnte flanken, und Harnik hatte wenig Mühe bei der Schwaben-Führung. Danach fünf Minuten Spektakel in Stuttgart-Cannstatt: Schwab und VfB-Keeper Ulreich missverstehen sich, Artur Sobiech sagt Danke und schiebt zum 1:1 ein. 170 Sekunden später nickte der nach seiner Ampelkarte zurückgekehrte Salif Sané zum 2:1 für 96 ein. Aber wieder „verjubelt“ 96 den Vorsprung: 110 Sekunden später sitzt Ibisevics Flugkopfball. „Vor der Pause war es ein wildes Spiel“, hielt 96-Trainer Mirko Slomka hinterher fest. „Nach der Führung haben wir zu schnell das 2:2 zugelassen.“

Nach einem schlimmen Fehlpass von André Hoffmann war 96 auch beim Stuttgarter 3:2 in der Defensive völlig offen. Von halbrechts traf Traoré in die linke lange Ecke – Hannovers 16. Auswärts-Gegentor, nachdem Leitner zuvor im Mittelfeld erneut nicht angegriffen wurde. Für das 17. sorgte dann „Kocka“ Rausch mit einem Schlenzer in die rechte lange Ecke. Das Jubeln verbat er sich selbst gegen sein Ex-Team. „Ich wollte aber ein gutes Spiel machen. Wir brauchten diesen Sieg unbedingt. Ab nächster Woche wünsche ich den Jungs wieder alles Gute“ und meinte damit seine frühere Mannschaft.

96-Sportdirektor Dirk Dufner hatte hinterher die Nase voll: „Es muss wohl mal Klartext gesprochen werden. Die zweite Halbzeit war eine absolute Katastrophe.“ Gar von einer „unterirdischen Leistung“ sprach Slomka.

Um den auf magere 20 Zähler minimierten eigenen Ansprüchen zu genügen, muss nun Sonnabend ein Sieg gegen Nürnberg, das in 15 Spielen 15 Mal sieglos blieb, her. Ob dies gelingt, bleibt abzuwarten. haz/gsd

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