Hannover 96 verliert beim VfB Stuttgart mit 0:1 / Offensive wacht zu spät auf

Auswärtsschwäche setzt sich fort

Die Enttäuschung ist ihnen deutlich anzumerken: Die „Roten“ bedanken sich bei den mitgereisten Fans für die Unterstützung.

HANNOVER Die Auswärtsschwäche, die Hannover 96 schon in der vergangenen Saison gezeigt hat, scheint sich auch in dieser Saison fortzusetzen. Nach der 0:1 (0:0)-Niederlage beim bis dato Tabellenvorletzten VfB Stuttgart ziert das Team von Trainer Tayfun Korkut zusammen mit dem Hamburger SV das Ende der Auswärtstabelle. Nach dem akzeptablen 0:0 beim FSV Mainz 05, dem erbärmlichen 0:2 bei Aufsteiger FC Paderborn und nun dem 0:1 in Stuttgart blieben die „Roten“ auf des Gegners Platz weiterhin torlos.

Das schien auch zuallererst an der Defensivtaktik der Gäste zu liegen. Denn mit dem wieder genesenen und eher defensiv arbeitenden Manuel Schmiedebach für den eher offensiv ausgerichteten Neuzugang Jimmy Briand gegenüber dem 1:0-Sieg gegen den 1. FC Köln unter der Woche hatte Korkut die Defensive verstärkt und von Beginn an deutlich gemacht, dass man in Stuttgart möglichwerweise auch mit einem Punkt zufrieden gewesen wäre. Das führte dazu, dass die krisengeschüttelten Stuttgarter vor allem in der zweiten Halbzeit 70 Prozent Ballbesitz hatten. Gleichwohl stand die 96-Abwehr sehr gut, ließ kaum einmal eine brauchbare Torchance des Teams von Trainer Armin Veh zu. In der 20. Minute dann doch so etwas wie eine Torchance für die Gastgeber, als Gotoku Sakai mit einem Volleyschuss aus spitzem Winkel deutlich das 96-Tor verfehlte. Nur eine Minute später war es 96-Neuzugang Hiroshi Kiyotake, der nach einem Solo den Ball aus halblinker Position verzog. Es dauerte dann bis zur 37. Minute, als Daniel Didavi nach innen flankte und Christian Gentners Torchance aber von Marcelo entschärft wurde, der den Ball vor der Torlinie wegschlagen konnte. Kurz vor dem Seitenwechsel hatten die Hannoveraner gar die Chance, in Führung zu gehen. Doch ein Distanzschuss von Schmiedebach segelte knapp am Tor des von Thorsten Kirschbaum gut gehüteten Gehäuses rechts vorbei.

Nach dem Wechsel verstärkte Stuttgart den Druck und hatte Pech, als Timo Werner in der 53. Minute nur Millimeter an einer Flanke vorbeisegelte. Die Angriffsbemühungen des VfB wurden nach 69 Minuten belohnt. Nach einem Eckball, vor dem nach Meinung der 96er der Ball zuvor die Seitenauslinie überquert hatte, verlängerte Gentner das Leder per Kopf zu dem am langen Pfosten lauernden Daniel Schwaab. Dessen Schuss zur 1:0-Führung der Schwaben bekam 96-Keeper Ron-Robert Zieler aber erst Zentimeter hinter der Torlinie zu fassen. Zielers Protest bei Schiedsrichter Günter Perl nutzte nichts, die Zeitlupe bewies: Der Ball war hinter der Torlinie.

Die 96-Offensive wachte indes zu spät auf. Gleichwohl hatte 96-Neuzugang Joselu die Riesenchance zum Ausgleich, doch nach einer Flanke von Kiyotake warfen sich zwei Stuttgarter in Joselus Schuss auf das verwaiste VfB-Tor (78.). Die Einwechslung von Stürmer Artur Sobiech (72.) brachte nicht mehr den erhofften Punkt. Als Leon Andreasen mit einem Distanzschuss am glänzend reagierenden Kirschbaum kurz vor Schluss scheiterte, war die zweite Auswärtsniederlage der „Roten“ perfekt. wg/gsd

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