Hannover 96 geht nach 0:1-Niederlage gegen Düsseldorf als Vorletzter in die Rückserie / Hoffnung auf Verstärkung

„Aufzugeben wäre der pure Wahnsinn”

Hannover 96 - Fortuna Duesseldorf

HANNOVER Seine Drohung, seinen Profis von Fußball-Bundesligisten Hannover 96 den Weihnachtsurlaub zu streichen, hat Trainer André Breitenreiter dann doch nicht wahr gemacht trotz der 0:1 (0:0)-Niederlage am letzten Spiel der Hinrunde vor 34 000 Zuschauern in der HDI-Arena gegen Fortuna Düsseldorf.

Für 96-Manager Horst Heldt war die Niederlage gegen den Aufsteiger, der nun sieben Punkte mehr als 96 auf dem Konto hat, das „i-Tüpfelchen“ auf eine bisher völlig verkorkste Saison. Die Hinrunde beenden die Niedersachsen auf dem 17., einem Abstiegsplatz. „Wir haben über viele Wochen mitbekommen, dass die Mannschaft keine Einheit ist. Das haben wir in der Kabine gesehen, das hat uns in den Gesprächen der Mannschaftsrat bestätigt. Ich hatte es nicht so extrem eingeschätzt, aber die Signale waren eindeutig“, meinte ein auf der Pressekonferenz schonungslos analysierender Breitenreiter. Daher auch die Maßnahme der Streichung des Weihnachtsurlaubs. Den Rückzieher dieser zweifellos harten Maßnahme begründete der 96-Coach am Sonntagmorgen nach dem Training so, nachdem er aus den Spielen gegen Freiburg (1:1) und Düsseldorf mindestens drei Punkte gefordert hatte: „Das Ziel, dass sich die Mannschaft wieder als Einheit präsentiert, haben wir erreicht. Die Spieler haben bis einschließlich Donnerstag, den 27. Dezember, frei. Ab dem 28. wird dann wieder in Hannover trainiert.“ Die Rückrunde startet am 19. Januar. Gegen Düsseldorf konnten die Hannoveraner nur in der ersten Halbzeit bedingt überzeugen, ohne sich jedoch eine glasklare Torchance zu erspielen. Innenverteidiger Felipe, bester 96er, hatte Düsseldorfs wieselflinken Dodi Lukebakio gut im Griff, konnte aber in der zweiten Halbzeit allein auch nicht verhindern, dass sich die Gäste unter anderem durch die beiden Ex-Hannoveraner Niko Gießelmann (61.) sowie Kenan Karaman (65.) gute Tormöglichkeiten erspielten, die aber von 96-Torwart Michael Esser zunichte gemacht wurden. Esser war dann aber der Pechvogel, der in der Nachspielzeit bei einem Schuss des in der 84. Minute eingewechselten Oliver Fink patzte und so den Sieg der Fortunen ermöglichte. „Ich kann Esser keinen Vorwurf machen, er hat uns zuvor vor einem Rückstand bewahrt“, nahm Breitenreiter aus der Kritik heraus. Trotz dieser Niederlage scheint 96-Boss Martin Kind an Breitenreiter festhalten zu wollen, zumal weder Heldt noch der Trainer an einen Rücktritt denken. „Jetzt aufzugeben, wäre der pure Wahnsinn. Es sind noch 17 Spiele, der Rückstand ist nicht groß.", meinte Heldt. Und auch André Breitenreiter bläst in das gleiche Horn: „Mit Verstärkungen für die Rückrunde habe ich die absolute Überzeugung, dass wir den Klassenerhalt schaffen können.” wg/gsd

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