Hannover 96 ist beim 0:4 in Leverkusen völlig chancenlos

Wie ein Absteiger...

Die „Roten“ sind fast nur in der Defensive, hier beim Freistoß von Hakan Calhanoglu. Fotos: Zwing

HANNOVER Hannover 96 taumelt in der Fußball-Bundesliga mehr und mehr dem Abstieg und somit der Zweitklassigkeit entgegen. Das desaströse 0:4 (0:2) bei Champions League-Kandidat Bayer 04 Leverkusen glich spielerisch einem Offenbarungseid und bedeutete das 13. sieglose Spiel in Serie. Noch vor dem Schlusspfiff verließ 96-Präsident Martin Kind die Bay-Arena, das Trauerspiel seiner Mannschaft konnte und wollte er sich wohl nicht bis zum bitteren Ende anschauen. So warten die Niederasachsen auch weiterhin auf den ersten Sieg in diesem Jahr.

Dennoch ging 96-Sportdirektor Dirk Dufner auch nach dieser (Nicht)-Leistung davon aus, dass „wir mit dem Trainer weitermachen. Natürlich kann er noch Impulse geben, aber die müssen jetzt aus der Mannschaft kommen“. Kamen sie in Leverkusen jedoch überhaupt nicht. Vielmehr grenzte das Spiel der Hannoveraner fast schon an Arbeitsverweigerung. Sicher, gegen die derzeit in Topform befindlichen Leverkusener kann man verlieren, es kommt aber auf das „wie“ an. Und wenn dann auch noch ein bislang so zuverlässiger Routinier wie Christian Schulz patzt, dann ist es um die Roten ganz schlecht bestellt. Nach dem Spiel gifteten sich auch noch Leon Andreasen und Manuel Schmiedebach an, Jan Schlaudraff musste die beiden beruhigen.

Für den Gastgeber war es ein Kinderspiel gegen völlig überforderte Hannoveraner, durch einen Kopfball von Ömer Toprak (20.) zum 1.0, dem erst 19-jährigen Julian Brandt, der auf 2:0 (40.) erhöhte, durch Kyriakos Papadopoulos zum 3:0 (49.) und Stefan Kießling, der mit dem 4:0 in der 70. Minute den Schlusspunkt setzte, einen ungefährdeten Sieg einzufahren. „Für uns war das eher ein ganz klarer Schritt zurück in dieser schwierigen Phase. Wenn das der Maßstab ist, wird es nicht reichen“, meinte 96-Trainer Tayfun Korkut, dem Kind noch vor einer Wochen eine Jobgarantie gab. Ob die allerdings nach dieser blutleeren Vorstellung seiner Mannschaft in Leverkusen gilt, bleibt abzuwarten. Gleichwohl leitete Korkut am Sonntagvormittag das Training der 96-Reservisten. Der ehemalige 96-Coach Mirko Slomka könnte den Feuerwehrmann abgeben.

Noch aber können die Roten den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen, da die Mitkonkurrenz aus Stuttgart, Paderborn und Hamburg ebenfalls verlor. Nun muss ein Heimsieg gegen Hoffenheim am nächsten Sonnabend her. wg/gsd

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