2. Bundesliga

Hannover 96 geht in Karlsruhe unter

Fussballer in Aktion
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Der Hannoveraner Sebastian Kerk zieht ab, doch der Ball verfehlt das Ziel. Die „Roten“ gehen in Karlsruhe leer aus.

Hannover - Wie lange kann sich Trainer Jan Zimmermann noch halten? Diese Frage werden sich nach der demütigenden 0:4 (0:3)-Niederlage von Hannover 96 in der zweiten Fußball-Bundesliga beim Karlsruher SC und vorerst dem Fall auf den Relegationsplatz spätestens jetzt 96-Boss Martin Kind und 96-Manager Marcus Mann stellen müssen.

Denn Zimmermann, der vor dieser Saison vom damaligen Regionalligisten TSV Havelse, den er zum Aufstieg in die dritte Liga geführt hat, hat mit seinem Team, das in den bisher 15 Spielen lediglich zehn mickrige Tore erzielt hat, nunmehr acht Spiele in Folge nicht gewonnen und in acht Spielen auch nicht ein Tor erzielt. Den letzten Sieg feierten die Roten von zehn Wochen mit 3:0 gegen Holstein Kiel. 
Zwar haben Kind und Mann ihrem Coach Rückendeckung gegeben, doch nach dieser neuerlichen bitteren Enttäuschung könnte sich ein Umdenken bei den Verantwortlichen einstellen.
Die Gäste ließen sich in nur zwölf Minuten quasi von den Badenern „abschießen“. Erst konnte der Koreaner Kyoung-Rok Choi nach einer Hereingabe von Philipp Heise aus 15 Metern völlig unbedrängt einschießen zu 1:0-Führung (17. Minute). Nur zehn Minuten später war es der 36-jährige Daniel Gordon, der ungehindert nach Heise-Flanke einköpfen konnte. Und nur zwei Minuten später düpierte Marvin Wanitzek die 96-Defensive mit einem Schuss ins untere linke Toreck.
Zwar bemühten sich die Hannoveraner in der Folgezeit, noch vor der Pause den Anschlusstreffer zu erzielen. Doch ein Tor von Lukas Hinterseer in der 34. Minute wurde nach VAR-Einspruch nicht anerkannt wegen vorherigen Handspiels des Österreichers, der allerdings fünf Minuten später mit einem Schlenzer aus 16 Metern Pech hatte – der Ball landete am linken Torpfosten.
Nach dem Wechsel brachte Zimmermann mit Dominik Kaiser für Sebastian Ernst und Hendrik Weydandt neues Personal, doch auch weitere spätere Einwechslungen brachten bei den „Roten“ nicht den gewünschten Ertrag. Einmal mehr waren die Niedersachsen vor dem generischen Tor viel zu harmlos, schafften es nicht, Hinterseer und Weydandt in gute Schuss- oder Kopfballsituationen zu bringen, sodass Karlsruhes Torwart Marius Gersbeck einen relativ ruhigen Samstagnachmittag erlebte.
Vielmehr wurden die Karlsruher, die nun mehr oder weniger die 3:0-Führung verwalteten, noch einmal in der 83. Minute aktiv, als Philipp Hofmann mit seinem Tor aus spitzem Winkel dem 96-Debakel noch die Krone aufsetzte.
„Wir hatten uns viel vorgenommen, haben es aber wieder nicht geschafft, aus den Möglichkeiten, die wir hatten, Tore zu machen“, meinte der 42-jährige Zimmermann. Allerdings waren die Tormöglichkeiten an einer Hand abzuzählen. Keine Frage, auch Zimmermann muss sich nun der Trainerfrage stellen. „Ich habe oft genug gesagt, dass wir sehr klar und eng im Austausch sind, die Dinge sehr offen besprechen (mit Kind und Mann, die Red.). Ich fühle mich in dieser Konstellation sehr wohl, ich habe da auch ein gutes Gefühl. Ich bin aber nicht der, der das am Ende beantworten kann“, meinte der 96-Coach nach der deprimierenden Partie.          wg/gsd

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