Hannover bei offensivstarken, aber abwehrschwachen Kraichgauern

96-Stürmer Joselu will „Rache“ in Hoffenheim

Nach einer längeren Torflaute will Joselu gegen seinen Ex-Club wieder treffen. Foto: Zwing

HANNOVER Nach der 1:3-Heimpleite gegen Leverkusen muss Hannover 96 heute bei 1899 Hoffenheim antreten – eine mindestens genauso schwere Aufgabe. Ein „Roter“ steht dabei im Blickpunkt: Der spanische Neuzugang Joselu. Nur zweimal hat er bislang für 96 getroffen, ist seit 670 Minuten torlos. Da würde es doch gut passen, wenn er ausgerechnet bei seinem Ex-Klub wieder treffen würde.

An Hoffenheim hat Joselu keine guten Erinnerungen. Die erste Amtshandlung von Trainer Markus Gisdol im April 2013 war, den Spanier aus der ersten Mannschaft zu verbannen. Die inzwischen legendäre Hoffenheimer „Trainingsgruppe zwei“ (auch mit Tim Wiese) war Joselus Betätigungsfeld, bis er nach Frankfurt ausgeliehen wurde. Jetzt ist sogar ganz offen von „Rache“ die Rede gewesen. Joselu will sich persönlich in Hoffenheim für das rächen, was ihm dort angetan wurde.

Allerdings ist die 96-Bilanz bei den Kraichgauern alles andere als positiv: Null Siege, zwei Unentschieden, vier Niederlagen – mehr gab es dort nicht zu holen. Dass sich 96 bei der TSG 1899 bislang nicht mit Ruhm bekleckert hat, bekam Joselu auch schon von seinen Teamgefährten zu hören. Der Spanier ist aber nicht der einzige ehemalige Hoffenheimer bei 96. Auch Trainer Tayfun Korkut war 2009/2010 dort B-Junioren-Coach, Co-Trainer Xaver Zembrod war TSG-Jugendleiter, zudem spielten Kenan Karaman, Stefan Thesker und Maurice Hirsch für den Klub. Ob Ron-Robert Zieler für 96 im Tor stehen kann, ist wegen einer Erkältung noch offen. Österreichs Nationaltorwart Robert Almer steht für alle Fälle bereit. Nach einer kurzen Trainingspause steht auch Leo Bittencourt wieder bereit. Unklar aber, ob er in der Startformation steht.

Im zentralen Mittelfeld setzt Korkut wieder auch auf Lars Stindl, für den Hiroshi Kiyotake auf die linke Seite ausweichen muss.

Die Hannoveraner treffen heute auf eine der besten Angriffsreihen der Liga. Im Fokus steht bei den TSGern Roberto Firmino (23), der unlängst sein Debüt in der brasilianischen Nationalmannschaft gab und für Hoffenheim ebenso dreimal traf wie der gesperrte Adam Szalai. Je viermal erfolgreich waren schon Anthony Modeste und Tarik Elyounoussi, während der neue Nationalstürmer Kevin Volland ein Tor erzielt hat. Dieses Quintet hat 15 der bisher 17 Hoffenheimer Treffer markiert.

Die Hoffenheimer, die zwar vorn gut treffen, aber bei 18 Gegentoren hinten anfällig sind, haben in dieser Saison eine ähnliche Zielsetzung wie Hannover 96, deren Mannschaft wieder die internationalen Startplätze erreichen möchte. Zumindest soll die bisherige Rangfolge nach dem heutigen Spiel so bleiben: Die „Roten“ wollen weiter vor Hoffenheim stehen. Dazu ist mindestens ein Unentschieden nötig. haz/gsd

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