2. Fußball-Bundesliga

96 vermasselt Aue das Jubiläum

Männer auf einem Foto
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Philipp Ochs (2.v.r.) feiert mit seinen Teamkollegen das 1:0 beim Spiel in Aue. Am Ende reicht es nur zu einem Remis.

Hannover - Die Kleinstadt Aue im Erzgebirge hat nur etwa 16 000 Einwohner. Theoretisch müssten beim Heimspiel von Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue gegen Hannover 96 alle Einwohner im Erzgebirgs-Stadion gewesen sein, denn zum Ende der Festwoche bei den Sachsen wurde die Zuschauerzahl mit 22 794 angegeben. Okay, die waren wegen der bekannten Umstände nicht physisch anwesend, aber so viele Tickets hatte der Klub zu seinem Jubiläum verkauft. Aue feierte sein 75-jähriges Bestehen und zudem gegen die „Roten“ das 500. Spiel in der 2. Bundesliga. Zu einem Sieg reichte es für die Gastgeber freilich nicht, denn 96 vermasselte dem Ost-Klub die Feier beim 1:1 (1:0) zumindest teilweise.

Philipp Ochs hieß Aues Spielverderber auf Hannover-Seite. In der 23. Minute fing er einen schlechten Klärungsversuch von Pascal Testroet am gegnerischen Strafraum ab, legte sich den Ball auf den starken linken Fuß und traf aus halblinker Position aus 20 Metern rechts unten ins Tor. Für Ochs war es der erste Treffer nach genau einem Jahr und drei Tagen. Überhaupt hatte Hannover 96 in der ersten Halbzeit weitaus mehr vom Spiel, wenn auch weitere klare Chancen fehlten. Aber auch Aue kam nur durch Krüger, dessen Schuss Torhüter Michael Esser abwehrte (12.) und Zolinski (40.) zu zwei halbwegs guten Tormöglichkeiten.
Nach Wiederbeginn war von weiteren Offensivbemühungen der 96er fast gar nichts mehr zu sehen. Aue dagegen legte zu und und die 96er hatten zwei Mal Glück, dass Schiedsrichter Arne Aarnink (Nordhorn) zwei Treffer von Testroet (50.) und Bussmann (55.) zu Recht wegen Abseits nicht anerkannte. Aber diese „Nicht-Treffer“ deuteten an, wohin sich das Match verlagerte – in Richtung 96-Tor. Und so war es auch kein Wunder, dass Aues dritter Versuch schließlich von Erfolg gekrönt war: Testroet drehte sich nach einem Breitkreutz-Zuspiel von rechts um Hannovers Sachsen Marcel Franke (geboren in Dresden) geschickt herum und traf in die lange Ecke zum verdienten 1:1 (64.). 
Weil im Sturm mit Torjäger Ducksch und Weydandt völlige Flaute herrschte, wechselte Trainer Kenan Kocak Moussa Doumbouya und Kingsley Schindler ein; später auch noch Mike Frantz für Josip Elez und Florent Muslija für Philipp Ochs. Und für die frischen Kräfte Doumbouya und Muslija gab es sogar noch zwei Chancen zum Siegtreffer, aber es sollte einfach nicht sein.
„Nach dem 1:0 haben wir versäumt, das zweite Tor nachzulegen. In der zweiten Halbzeit hatten wir ganz schlechte 15 bis 20 Minuten. wurden zum Ende mit jeder Spielminute besser und haben zahlreiche Chancen liegengelassen“, so die sachliche Analyse von 96-Trainer Kenan Kocak.
Am Sonntag, 14. März, empfangen die „Roten“ von Hannover 96, derzeit Tabellenachter, mit den Würzburger Kickers das Schlusslicht der 2. Bundesliga im eigenen Stadion, Anpfiff ist dann um 13.30 Uhr.

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