Hannoveraner unterliegen Hertha BSC Berlin mit 1:3 und kassieren fünfte Heimniederlage

96-Heimstärke nur Makulatur

Enttäuschung bei den „Roten“: Hiroshi Kiyotake & Co. schleichen vom Platz. Fotos: Kaletta

HANNOVER „Ich könnte mich in den Arsch beißen“, meinte Trainer Bruno Labbadia nach der 1:2-Niederlage seines Hamburger SV gegen Hannover 96 vor einer Woche. Selbiges konnten die 96 nach der 1:3 (0:1)-Niederlage am vergangenen Freitagabend gegen Hertha BSC tun. „Ein Spiel zum Vergessen“, brachte es Hannovers einziger deutscher Nationalspieler, Torwart Ron-Robert Zieler, auf den Punkt.

Die Roten treten in der Fußball-Bundesliga weiter auf der Stelle und Trainer Michael Frontzeck findet kein Rezept, dieses zu ändern. War in den vergangenen Jahren auf die Hannoveraner wenigstens zuhause Verlass, zeigten sie in der HDI-Arena Heimstärke, so ist diese nach der fünften Niederlage in bisher sechs Heimspielen nur noch Makulatur. Acht Punkte holte 96 bisher in der Fremde, lediglich drei Punkte zuhause beim 1:0 gegen Werder Bremen.

Eine erbärmliche Vorstellung, die keinerlei Bundesligaansprüchen gerecht wurde, lieferten die Gastgeber gegen eine zugegebenermaßen starke Hertha ab. Zur Halbzeit hätte Frontzeck bis auf Zieler, Salif Sane und Hiroshi Kiyotake alle anderen Spieler auswechseln können. Was sich zum Beispiel Neuzugang Felix Klaus an spielerischen Unzulänglichkeiten erlaubte, spottete jeder Beschreibung. Aber auch 96-Routinier und Kapitän Christian Schulz ließ sich vom Virus der Planlosigkeiten und Hilflosigkeiten fast aller seiner Mitspieler anstecken, so dass der dreifache Hertha-Torschütze Salomon Kalou gegen die Innenverteidigung der 96er keine Mühe hatte, sein Team mit 2:0 in Führung zu bringen. Beim 0:1 (33.) ließen Marcelo und Miiko Albornoz den einen Turban tragenden Kalou gewähren und beim 0:2 (60.) lief Kalou sowohl Marcelo als auch Schulz auf und davon. Dass ausgerechnet Kiyotake 96 noch einmal durch einen sicher verwandelten Strafstoß zum 1:2 (70.) hoffen ließ, war bezeichnend. Der Japaner war somit an sieben der acht letzten Tore seiner Mannschaft direkt oder indirekt beteiligt. Fluchtartig verließen schon viele Zuschauer vor dem Schlusspfiff das Stadion, und erstmals waren auch „Frontzeck raus“-Rufe zu hören. Denn der Trainer, der noch Ende der Saison als Retter gefeiert wurde, hat mit Dirk Dufner den Kader zusammengestellt und muss sich nun sagen lassen, dass da nichts oder nur wenig zusammenpasst. Derzeit passt es zudem ins chaotische Bild der 96er, dass sich Mittelfeldspieler Leon Andreasen am Sonnabend beim Öffnen eines Pakets mit einem Messer so schwer an der Hand verletzte, dass er operiert werden musste und womöglich zwei EM-Qualispiele des dänischen Nationalteams absagen muss. wg/gsd

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