Handball-Bundesliga

Recken suchen noch den Boss im Rückraum

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Mait Patrail (r.), hier im Zweikampf mit Kristian Nippes, trifft mit den Recken im nächsten Heimspiel auf GW Minden.

HANNOVER Erst um fünf Uhr morgens waren die Recken zurück von der 26:27-Niederlage in Göppingen. Trainer Carlos Ortega gab deshalb am Donnerstag frei, damit die Spieler wieder Kräfte sammeln können für das bereits am Sonntag um 13.30 Uhr anstehende nächste Heimspiel gegen GWD Minden.

Ein Gegner aus der Nachbarschaft, der jedoch mit Vorsicht zu genießen ist. Am Mittwoch kam das Team von Ex-Recken-Coach Frank Carstens zum ersten Sieg, schlug die Eulen aus Ludwigshafen knapp mit 29:28, nachdem es zuvor zuhause gegen Flensburg (28:31) und in Berlin (27:29) jeweils verloren, aber achtbare Ergebnisse erzielt hatte.

Die Recken sollten also gewarnt sein. Rechtsaußen Timo Kastening zeigte sich schon nach der unglücklichen, gleichwohl aber verdienten Niederlage in Göppingen selbstkritisch: „Die 4:0-Punkte haben wohl etwas getäuscht“, meinte er bezogen auf den glücklichen TSV-Sieg in Gummersbach und den hart erkämpften Erfolg gegen Bundesliga-Rückkehrer Bergischer HC. Es ist tatsächlich noch einiger Sand im Getriebe bei den Hannoveranern, die in Göppingen erst in den letzten 15 Minuten eine ansprechende Leistung zeigten.

Nahezu keinerlei Impulse gingen von Regisseur Morten Olsen aus, dem viele nachsagen, er sei eine launische Diva. Ortega nahm den dänischen Olympiasieger in Göppingen schon nach zehn Minuten erstmals vom Feld, brachte Pavel Atman. Doch bei FrischAuf brachte auch der agile Russe kaum Schwung in das oft tempoarme Angriffsspiel der Recken, das erst am Ende der Partie auf Touren kam, als Ortega mehrfach auch ohne Torwart mit sieben Spielern gegen sechs angreifen ließ – diese taktische Variante zahlte sich aus, ist aber sehr risikoreich. Die Recken auf der Suche nach dem Rückraum-Chef!

Unübersehbar sind derzeit eben die Schwankungen im Recken-Spiel. Den Start in Göppingen haben sie völlig verpennt, ehe es besser lief. Doch Aufholjagden kosten auch viel Kraft, die dann möglicherweise am Ende des Spiels fehlt.

Unvergessen ist gegen Minden eine Szene aus der vergangenen Saison. In der Kampa-Halle lagen die Recken beim Abpfiff 28:29 zurück. Doch die Schiris ließen noch Hannovers letzten Freiwurf ausführen. Über die GWD-Mauer traf Mait Patrail ins rechte obere Eck zum Ausgleich – ein Dusel-Remis bei den Westfalen. Auf so viel Glück sollte sich das Ortega-Team am Sonntag nicht verlassen.

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