Großer Kampf gegen Kiel bleibt beim 28:30 unbelohnt

Unglückliches Pokal-Aus für die Recken

Jubel des THW Kiel nach Pokal-Sieg gegen die TSV Hannover-Burgdorf
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Jubel beim Favoriten Der THW Kiel hat in der Verlängerung den Viertelfinal-Einzug geschafft.

Hannover – Was für ein Pokal-Fight! Erst nach zweimal fünfminütiger Verlängerung unterlagen die Recken dem THW Kiel vor 2054 Zuschauern im Achtelfinale des DHB-Pokals mit 28:30 (25:25, 13:12) und schieden damit aus. Die TSV Hannover-Burgdorf bot dem Meister ein Riesenkampf, scheiterte aber letztlich an sich selbst aufgrund von eigenen Ballverlusten und mehr als einem halben Dutzend technischer Fehlern.

Überraschung zu Spielbeginn: Recken-Coach Prokop begann mit Jonathan Edvardsson auf der Mittelposition – das Startsieben-Debüt des Schweden. Lief auch ganz gut, die Hannoveraner gingen mit 2:0 in Front durch zwei Treffer von Linksaußen Vincent Büchner. Erst in der 5. Minute gelang dem THW durch Steffen Weinhold der erste Treffer. Und die Recken präsentierten sich weiter sehr griffig und gallig. Rechtsaußen Johan Hansen erhöhte per Siebenmeter auf 4:2, während auf der anderen Seite Torhüter Urban Lesjak einmal mehr zu Topform auflief, einen Siebenmeter von Niclas Ekberg parierte und in der ersten Hälfte auf starke acht Paraden kam. Logisch, dass der Slowene von Fans mit Sprechchören gefeiert wurde. Das Prokop-Team blieb auch in der Folge konzentriert, hatte dabei auch mehrmals gute, einstudierte Spielzüge drauf, die vor allem Ilija Brozovic am Kreis verwertete. Lesjak war zudem der Wegbereiter der 8:5-Führung, als Kiel Torwart Niklas Landin vom Feld genommen hatte. Lesjak traf übers ganze Feld den linken Pfosten, Büchner drückte den Ball im Tiefflug ins Kieler Netz. Aber der THW ließ sich nicht abschütteln, Ekberg verkürzte auf 7:8, doch in Unterzahl traf Hansen sogar zum 9:7. Noch konnten die Hannoveraner die Führung wahren, Ivan Martinovic hämmerte die Kugel in mit seiner „linken Klebe“ zum 12:10 rein. Erst beim 12:12 schaffte der Rekordmeister den ersten Ausgleich überhaupt durch Patrick Wiencek. Brozovic sorgte jedoch für die Halbzeitführung der Recken, die bis dahin einen couragierten Auftritt hinlegten, zu dem auch der wieder genesene Kapitän Fabian Böhm einen Treffer beisteuerte. Auch nach Wiederbeginn blieb die Partie äußerst eng. Die 17:14-Führung der Recken war schnell wieder dahin, doch zu mehr als mehreren Gleichständen kam Kiel nicht – der THW lag nicht ein einziges Mal n Front in der regulären Spielzeit. Zum Ende der 60 Minuten kulminierte das Geschehen dann: Martinovic traf zum 25:24, doch in den letzten Sekunden verspielten die Gastgeber den Ball, sodass Patrick Wiencek beim 59:50 Minuten ausgleichen konnte – Verlängerung, zweimal fünf Minuten!
In der gelang Kiel dann die erste Führung überhaupt, die Evgeni Pevnov zum 28:27 nach den ersten fünf Minuten drehte. In den zweiten blieb Hannover erfolglos, während Wiencek (2) und Marcus Landin noch dreimal trafen und den THW ins Viertelfinale führten. Am Ende waren die Recken jedoch selbst verantwortlich für das unglückliche Pokal-Aus, weil sie sich „zu viele technische Fehler und Ballverluste“ erlaubten, so Trainer Prokop.
„Das tut total weh“, ärgerte sich Recken-Sportchef Sven-Sören Christophersen. „Wir haben uns zusammengerauft, sind unangenehm zu bespielen.“ Auch Prokop kniff die Lippen zusammen: „Den Stolz nehmen wir mit. Für Schmerz bleibt keine Zeit.“ Stimmt: Am Samstag (20.30 Uhr) müssen die Recken zum Punktspiel nach Hamburg.  

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