1. leinetal24
  2. Sport
  3. Handball

Verrückter Recken-Sieg nach Doppel-Rot

Erstellt:

Von: Heiko Meyer

Kommentare

Recken siegen mit 34:27 gegen Gummersbach
Nach dem Heimsieg gegen Stuttgart legen die Recken in Gummersbach nach. Am Sonntag geht es nach Göppingen. © Lars Kaletta

Hannover – So ein verrücktes Handball-Spiel hat Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf lange nicht abgeliefert. Vor 3340 Zuschauern gewannen die Recken 34:27 (21:16) beim starken Aufsteiger VfL Gummersbach, obwohl sie mit Ilija Brozovic in der neunten Minute und Hannes Feise in der 44. Minute zwei Spieler aus dem sowieso schon stark dezimierten Kader durch rote Karten verloren. Für das Team von Trainer Christian Prokop war es im siebten Auswärtsspiel der vierte Sieg - und wahre „Big Points“!

„Über weite Strecken war das ein perfektes Spiel von uns“, sagte Prokop. „Diszipliniert in der Abwehrarbeit – da haben wir gute Lösungen gefunden. Vor der Pause konnten wir uns mit mehreren Toren absetzen.“ Nach der Pause habe aber „Halb-Gas“ dazu geführt, dass der VfL den Neun-Tore-Rückstand bis auf zwei Treffer verkürzen konnte. Die Recken hatten einen guten Start, führten 4:1, ehe Gummersbach das Match drehte. Nach nur gut acht Minuten sah Brozovic dann die erste rote Karte, als er einen VfLer bei dessen Tempogegenstoß zu Fall brachte. Davon waren die Recken danach offenbar beeindruckt. Nach 16 Minuten führte der VfL 9:7. „Wir sind zu lahmarschig in der Rückwärtsbewegung“, meckerte Prokop in einer Auszeit – das wirkte! Zur Pause machte Hannovers aus dem 12:13-Rückstand eine 21:16-Führung, nachdem Gerbl zum 13:13 ausgeglichen hatte (dreimal in Folge traf) und Feise wieder für die Führung gesorgt hatte. Die letzten Minuten in der ersten Hälfte agierte Hannover sehr effizient und konsequent. Und so ging’s auch weiter! Vier Minuten nach Wiederbeginn führten die Recken sogar 25:16. Alles sah nach einem souveränen Sieg aus. „Aber Pustekuchen“, so Coach Prokop. „Wir kommen gut in die zweite Halbzeit, aber dann war’s wie in Hamm.“ Das verspielten die recken auch einen Vorsprung. In den nächsten zwölf Minuten trafen sie nur einmal, die Führung schmolz immer weiter, der VfL kam auf 24:26 heran. Aber die Hannoveraner (ohne die fünf weiteren Spieler Hanne, Edvardsson, Roscheck, Mävers und Torwart Quenstedt) hatten eiserne Nerven, setzten sich wieder ab, obwohl dann auch Feise Rot gesehen hatte (44.). Beim 27:29 war es nochmal kritisch, doch Fischer, Kulesh, Gerbl (Siebenmeter), Michalczik und nochmal Fischer schraubten das Resultat dann wieder auf 34:27 hoch. „Am Ende war es ein verdienter Erfolg“, meinte Prokop. „Solche Phasen dürfen wir uns nicht erlauben“, kritisierte Renars Uscins den Durchhänger Mitte der zweiten Halbzeit. „Danach haben wir uns aber wieder stabilisiert. Zwischen der 20. und 35. Minute hatten wir den Turbo gezündet.“ Die dritte rote Karte kassierte dann noch der beste VfL-Torschütze Lukas Blohme (57.). Am Sonntag (14 Uhr) müssen die Recken schon wieder bei FrischAuf Göppingen antreten. haz/gsd

Auch interessant

Kommentare