Handball-Bundesliga

Die Recken legen wieder los

TSV Hannover Burgdorf - Training
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Das Trainerteam der Recken: Carlos Ortega (l.) und Iker Romero in der Schulsporthalle in Burgdorf.

Hannover - Ortstermin Burgdorf, Gudrun-Pausewang-Schule in der „Recken-Schmiede“. Trainingsstart bei Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf. Ein heißer Montagnachmittag – und in der Halle, von vielen auch als Sauna bezeichnet, schwitzen die Recken zum Auftakt der neuen Saison.

Irgendwie skurril, die Gesichter des um die sechs Abgänge reduzierten Tabellenvierten nach vier Monaten Corona-Zwangspause wieder zu sehen. Den Spielern ging es offenbar genauso. „Das ist wirklich das erste Mal nach vier Monaten, dass wir uns alle wiedersehen“, sagt Kapitän Fabian Böhm. 15 Uhr geht‘s los, eine halbe Stunde ist für die Medienvertreter Zeit, zum Beispiel auch die beiden Neuen zu beschnuppern. Johan Hansen und Filip Kuzmanovski reihen sich ein unter den insgesamt 17 Akteuren, die Trainer Carlos Ortega (neu mit Vollbart) und Assistent Iker Romero dann ab 15.30 Uhr ins Schwitzen bringen. Für alle ziemlich ungewohnt, auch mal wieder den Ball in die Hand zu nehmen. „Es ist schon eine andere Vorbereitung“, lächelt Ortega, dessen Spieler noch unter dem Eindruck des Verzichts auf die European Handball League stehen. „Frei zu haben, war schön, aber jeder freut sich jetzt, die Jungs wiederzusehen und in der Halle zu stehen“, sagt Böhm. „Ich freue mich auf die Tage mit der Mannschaft, dass wir zusammen rumblödeln und schwitzen können.“ Der Recken-Leader hofft zudem auf eine verletzungsfreie und gute Vorbereitung. Ortega lässt es noch langsam angehen. Erstmal sich wieder an den Ball gewöhnen, prellen, locker werfen und noch ohne Zweikämpfe und hartes Wurftraining – nur lockere Partnerübungen. Dennoch dauert es nur kurz, bis die Trainingsklamotten durchgeschwitzt sind. Coronatests waren kein Thema mehr, nur der Schwede Alfred Jönsson musste sich testen lassen. Aber alles okay. Die Stimmung beim Aufgalopp? Insgesamt positiv, auch trotz des Euro-Knockouts. Einen Tag nach dem Start folgten medizinische Tests in Hannover, bis Anfang August trainieren Böhm & Co. noch nicht mit vollem Programm – schließlich ist noch Kurzarbeit angesagt. Vom 2. bis 11. August ist nochmal frei, danach will Coach Ortega sein Team dann stärker beanspruchen. Testspiele sind noch nicht vereinbart. Der Trainer will auf schnelleren Handball setzen, gerade auch angesichts vieler junger und schneller Spieler. „Wahrscheinlich haben wir auch nicht mehr so viele Spezialisten-Wechsel“, vermutet Sportchef Sven-Sören Christophersen, der den Auftakt zusammen mit Geschäftsführer Eike Korsen begleitet. Gespannt sein darf man auf Johan Hansen. Der eine dänische Weltmeister löst den anderen bei den Recken ab: Hansen (26) für Olsen (35), bei dem er sich über die Recken informiert hat. Passt ja. Ob es auf Rechtsaußen wie mit Timo Kastening passt, wird man sehen. Hansen stammt von den Färöer-Inseln, wechselte mit 16 nach Dänemark und hat zwei Staatsbürgerschaften. Jetzt möchte er sich in der Bundesliga etablieren. Auch Hansen hatte lange keinen Ball in der Hand und freut sich nun umso mehr, dass es wieder losgeht.

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