Handball-Bundesliga

Recken-Pleite in Leipzig 

TSV Hannover Burgdorf - Rhein Neckar Loewen
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Auch Torhüter Urban Lesjak (hier beim Heimspiel gegen die Rhein Neckar-Löwen) kann die Niederlage der Recken in Leipzig nicht verhindern.

Hannover – Vor 4 495 Zuschauern verlor die TSV Hannover-Burgdorf gestern Nachmittag mit 27:30 (11:15) beim SC DHfK Leipzig, kam vor allem offensiv kaum zum Zuge.

Am 1. Advent brannten die Leipziger mehr auf den Sieg als die Recken. Die Hannoveraner mussten kurzfristig auf Malte Donker verzichten, der sich in der „Zweiten“ verletzte. Dafür rückte Jannes Krone ins Team. „Wir müssen 60 Minuten konzentriert sein“, forderte Recken-Coach Carlos Ortega vorm Anpfiff. „Für die Recken wird das eine ultimative Herausforderung“, mutmaßte Handball-Ikone Stephan Kretzschmar. So viel sei vorweg bemerkt: Die Recken bestanden sie nicht, weil die Sachsen in der ersten Halbzeit aktiver und beweglicher agierten, wacher und aggressiver waren. Fabian Böhm glich zunächst Leipzigs erste Führung aus, Ilija Brozovic, der gerade seinen Vertrag verlängerte, brachte Hannover In Front – das einzige Mal im gesamten Spiel. Nach sieben Minuten lag das Team von Trainer Andre Haber 4:2 vor, die Recken fingen schon da an hinterherzulaufen. Nachdem es zunächst im Angriff noch flüssig lief, taten sich die Gäste zunehmend schwerer und konnten sich gegen die stabile DHfK-Deckung nur selten durchsetzen. In der 18. Minute war der Recken-Rückstand schon auf vier Tore (7:11) angewachsen. Zu ideenlos agierten die Recken in der Offensive, vor allem auch von außen kamen keine Impulse und Tore. Nach 20 Minuten brachte Ortega Ebner für Lesjak im Kasten, doch auch der Ex-Bietigheimer konnte nicht für eine Wende sorgen. Franz Semper und Lukas Binder trafen für Leipzig bis zur Pause je dreimal. Evgeni Pevnov sorgte für das 11:15 zur Halbzeit. Auch nach dem Wechsel wurde es beim Ortega-Team nicht besser. Spielmacher Morten Olsen kam nicht zur Geltung, vergab beim Stand von 19:13 einen Siebenmeter-Heber gegen SC-Keeper Vortmann. Die Recken kamen meistens einen Schritt zu spät, die Abwehr war zu löchrig. „Kopf hoch, Männer – das war Sch…“, motzte Kapitän Böhm in einer Auszeit, als sein Team 18:27 hinten lag. Doch auch seine Ansprache änderte nichts. Erst in der Schlussphase konnten die Recken das Ergebnis noch etwas aufhübschen, weil Leipzig die Zügel schleifen ließ. So täuschte der Drei-Tore-Rückstand am Ende darüber hinweg, dass die Sachsen klar überlegen waren. Nejc Cehtes Kempa-Trick zum letzten Tor des Spiels (27:30) war nur noch etwas für die Galerie. „Wir hatten dasselbe Problem wie in Kiel“, meinte Böhm hinterher bei Sky. „Wir haben die Zweikämpfe nicht hart genug geführt, nicht genug Härte gezeigt. Auf diesem Niveau entscheiden eben Nuancen. Leipzig war einfach stärker, ein verdienter Sieg.“ Für die Recken war es das dritte sieglose Spiel in Folge, durch das sie auf Platz fünf abrutschten. Am kommenden Mittwoch (20 Uhr, live auf Sky) geht’s weiter im Pokal-Viertelfinale bei den Rhein-Neckar Löwen. Recken: Lesjak, Ebner – Cehte 2, Martinovic 1, Patrail 1, Thiele, Pevnov 3, Jönsson 2, Böhm 4, Ugalde, Krone, Olsen 3, Brozovic 3, Feise 2, Kastening 6/2, Büchner. Leipzigs beste Torschützen: Semper 9, Binder 4 und Weber 3.

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