Final Four

Recken verlieren nach großem Kampf gegen Magdeburg

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Die Recken legen vor großer Kulisse eine tolle Leistung hin, verlieren dann aber gegen den favorisierten SC Magdeburg mit einem Tor.

HANNOVER - Was für ein Riesen-Pech für die Recken: Mit der Schlussirene verlor Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf das erste Halbfinale beim DHB-Pokal-„Final Four“ gegen den SC Magdeburg in Hamburg mit 29:30 (11:15). Die Enttäuschung stand Häfner & Co. buchstäblich ins Gesicht geschrieben.

Die Partie verlief vor allem in der zweiten Halbzeit viel enger als vermutet. Hannover musste neben den langzeitverletzten Patrail und Lehnhoff auch auf Ugalde und Brozovic verzichten. Der favorisierte SC Magdeburg nutzte dies in der ersten Halbzeit aus und ging 4:1, 10:6 (23.) und 12:7 in Führung. Nicht zu stoppen war vor allem Magdeburgs Däne Michael Damgaard, der zur Halbzeit schon neunmal getroffen hatte und am Ende auf starke 15 Treffer kam. Ihm erlaubten die recken zu viele freie Würfe. Wiederholt versuchte es Recken-Coach Carlos Ortega mit einer 7:6-Formation. Doch auch sie konnte den SC Magdeburg zunächst nicht aufhalten. Von den Nationalspielern Häfner und Böhm war im ersten Durchgang wenig zu sehen. Dafür setzte sich immer wieder Rechtsaußen Timo Kastening mit Tempogegenstößen und als Ballklauer in Szene. Mit Halbzeit-Schluss bekam der SCM noch einen Treffer zum 15:11 anerkannt. Nach der Pause agierten die Recken dann wie ausgewechselt. Häfner und Olsen trumpften auf, der Dänen-Weltmeister sorgte für die erste Recken-Führung beim 19:18 (42.). Zuvor musste Kastening nach einer unglücklichen Aktion, als er Damgaard am Hals traf mit einer roten Karte vom Feld (36.). Nach 49 Minuten war Hannover 24:21 vorn, es schien sich eine faustdicke Überraschung anzubahnen. Doch der SCM holte auf. Mit drei verwandelten Siebenmetern hielt der erst 18-jährige Veit Mävers die Recken im Spiel und in Front. Spannende Endphase

Riesen-Spannung vor den 13 200 Zuschauern in der Barclaycard-Artena in der Schlussphase: Der SCM ging viermal in Führung, Hannover glich jeweils aus, letztmals durch Mävers 16 Sekunden vor Ende. Mit der Schlusssirene traf Christian O’Sullivan schließlich zum Magdeburger Sieg. Recken-Nationalspieler Böhm, der am Ende mit zerrissenem Trikot dastand: „Das war kein verdienter Sieg für Magdeburg. Ich bin sehr enttäuscht. Wir verlieren völlig zu Unrecht.“ Böhm machte die Schiedsrichter Immel und Klein für die knappe Niederlage verantwortlich. „Sie haben bei uns mehr gepfiffen als bei Magdeburg, sie haben Einfluss genommen. Das hat einen Beigeschmack.“ „Das ist kaum in Worte zu fassen“, rang Kastening um eine Erklärung. „Wir haben ein unglaubliches Spiel geliefert, obwohl uns unser Innenblock fehlte. Das war der Wahnsinn, was die Jungs hier abgerissen haben.“ Auch Kapitän Kai Häfner war geplättet: „Ein nicht so glückliches Ende für uns, aber die Stimmung war sensationell. In der ersten Halbzeit haben wir zu statisch gespielt. Aber wir waren noch dran, wollten in der zweiten Halbzeit alles reinlegen und haben den Ball besser laufen lassen.“ Magdeburgs Rechtsaußen Robert Weber: „Wir waren das glücklichere Team.“ Bundestrainer Christian Prokop sah noch „Steigerungspotenzial bei den Nationalspielern“. Damit dürfte er eben auch Häfner und Fabian Böhm gemeint haben, die am Montagnachmittag mit der Nationalmannschaft zu einem Empfang bei Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeladen sind, ehe am Mittwoch das erste von Qualifikationspartien gegen Polen in Gleiwitz steigt. Recken: Ziemer, Lesjak – Johannsen, Cehte (1), Mävers (3/3), Juric, Thiele, Pevnov (3), Häfner (6), Atman, Böhm, Srsen, Olsen (7), Feise (1), Kastening (6/1), Büchner (2). Beste SCM-Torschützen: Damgaard (15), Weber (5), O’Sullivan (4).

Den DHB-Pokal sicherte sich am Ende der THW Kiel, der am Sonntag das Finale gegen den SC Magdeburg mit 28:24 gewann.

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