Nach Verzicht auf die European Handball League startet die TSV Hannover-Burgdorf heute die Vorbereitung

Volle Konzentration gilt jetzt der Bundesliga

TSV Hannover Burgdorf - RK Nexe
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Dieses Bild gibt es kommende Saison nicht: Fabian Böhm im internationalen Einsatz, hier gegen RK Nexe.

Hannover - Was für eine schlechte Nachricht für die Recken! Die TSV Hannover-Burgdorf verzichtet in der Handball-Saison 2010/21 auf die Teilnahme an der European Handball League (EHL), die den EHF-Cup ablöst. 

Dem Tabellenvierten der abgebrochenen Saison ist das finanzielle Risiko zu groß angesichts der nach wie vor unsicheren Zeiten wegen der Coronakrise, der daraus sich ergebenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und des umfangreicheren Bundesliga-Spielplans. Dass die Enttäuschung vor allem bei den Spielern grenzenlos war, versteht sich von selbst. „Die Mannschaft ist über die Entscheidung verständlicherweise sehr enttäuscht. Wir hätten uns gern auf der internationalen Bühne präsentiert“, sagte Kapitän Fabian Böhm. „Unter den gegebenen Umständen und der aktuellen Gemengelage, die von Unsicherheit geprägt ist, ist es aus wirtschaftlicher Sicht aber die sicherste Entscheidung.“ Ähnlich beurteilen auch Evgeni Pevnov und Ivan Martinovic den Euro-K.o. der Recken. „Ich bin vor einem Jahr hierhergekommen mit dem Ziel, international zu spielen. Im Europapokal zu spielen, ist immer eine Extra-Erfahrung“, meint Martinovic. Aber die Aktiven zeigen auch Verständnis für den Verzicht: „Auch wenn es wehtut – man kann die Entscheidung nachvollziehen“, so der Rückraum-Rechte weiter. Geschäftsführer Eike Korsen sprach von einer Entscheidung der Vernunft. „Als Sportler fühlt sich das natürlich nicht gut an. Aber ich habe Verantwortung für die Struktur und die Arbeitsplätze. Daher werden wir nicht für Europa melden“, erklärte der kaufmännische Leiter der Recken. „Wir hatten uns den Startplatz in Europa mit kontinuierlicher Arbeit verdient“, sagte Trainer Carlos Ortega nach der besten Saison in der elfjährigen Erstliga-Historie. Und auch Sportchef Sven-Sören Christophersen war alles andere als glücklich: „ Eine sehr bittere Entscheidung, die entgegen unserem sportlichen Naturell steht.“ Kurios: Profiteur der Recken-Absage ist jetzt ausgerechnet Tim Kastening. Der Rechtsaußen wechselte bekanntlich zur MT Melsungen, die jetzt Hannovers EHL-Startplatz einnimmt - völlig verrückt... Unterdessen hatten die Recken zuvor die vorerst wohl letzte Vertragsverlängerung bekannt gegeben. Malte Donker (22) sagte für ein weiteres Jahr zu. Er kommt wie zum Beispiel Vincent Büchner oder Hannes Fiese aus der Talentschmiede der Recken. Wegen einer Schulteroperation war der Linkshänder viele Wochen ausgefallen. In der Corona-Pause hatte er nun Gelegenheit, die Verletzung auszukurieren. Auf der halbrechten Position ist Donker (1,94 Meter groß), der immer wieder aus der Recken-Reserve (3. Liga) aufrückte, eine Alternative zu den Linkshändern Nejc Cehte und Ivan Martinovic. Ihnen verschaffte Donker die nötigen Pausen. Coach Ortega setzte ihn vornehmlich in der Abwehr ein. Zudem müssen sich die Recken einen neuen Mann für den Kommunikationsbereich suchen. Der 39-jährige B-Lizenz-Inhaber Markus Ernst wendet sich einer neuen Aufgabe zu und wird ab 1. Oktober Geschäftsführer des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN). Er löst den langjährigen Vorgänger Gerald Glöde ab, der Ende des Jahres geht. Ernst ist gebürtiger Bückeburger, arbeitete früher in Minden und war beim TuS Nettelstedt-Lübbecke für Kommunikation, Marketing und Sponsoring zuständig. Bei den Recken war er seit 2012 tätig. Beim HVN will Ernst, der an der Deutschen Sporthochschule in Köln und in Jena studierte, an der Seite von HVN-Präsident Stefan Hüdepohl jetzt die Marke Handball in Niedersachsen stärken, zudem die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt. Am Montag (15 Uhr) starten die Recken in die Vorbereitung auf ihre zwölfte Erstliga-Spielzeit. Los geht's diesmal in der Gudrun-Paus ewang-Schule in Burgdorf. Mit dabei sind dann auch die einzigen beiden Neuzugänge Johan Hansen aus Dänemals Weltmeister-Team und Filip Kuzmanowski vom SC Magdeburg

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