Handball-Bundesliga

Unentschieden gegen Bergischen HC ist gefühlte Niederlage für die Recken

Handballer schleichen weg
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Die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf schleichen enttäuscht vom Spielfeld.

Hannover - Was für ein komisches Match! Zur Pause lag Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf fast uneinholbar zurück, um dann kurz vor Schluss 30:27 zu führen. Doch die Recken verdaddalten den Sieg in der Schlussphase doch noch. Drei Sekunden vor Schluss warf Arnor Gunnarsson für den Bergischen HC per Siebenmeter zum 30:30-Endstand ein, nachdem das Team von Trainer Carlos Ortega zwei Konter verschenkt hatte. Die 1635 Zuschauer (Rekordbesuch in Coronazeiten) konnten es nicht fassen.

Alle Mann an Bord bei den Recken, die mit Filip Kuzmanovski als Spielmacher begannen – doch dies war nur die Abwehr-Variante. Denn im Angriff agierte auf der Mitte der Schwede Alfred Jönsson – also ein Spezialisten-Wechsel. Nejc Cehte und Johan Hansen trafen schnell zur 2:0-Führung, der Däne per Siebenmeter auch zum 3:1. doch der BHC deutete schon bald seine Gefährlichkeit an nicht nur durch den Ausgleich zum 3:3. Der Ball lief gut durch die Reihen der Gäste, die im Abschluss konsequenter wirkten als die Recken, die zu Begin wieder mehrere Chancen liegen ließen. Und auch die Abwehr wies wiederholt Lücken auf, sodass nach der 5:3-Führung der Hannoveraner dank eines 3:0-Laufes erstmals mit 6:5-in Front zogen. Nun wendete sich das Blatt, der BHC traf zur eigenen Führung, Hannover egalisierte jeweils. Aber in jedem Angriff mussten die Gastgeber hart für einen Treffer arbeiten. Als Kapitän Fabian Böhm in der 22. Minute zum 12:13-Anschluss traf, sollte dies der letzte Treffer bis kurz vor Ende der ersten Halbzeit sein. Ehe Hannes Feise von Linksaußen für den Pausenstand von 13:17 sorgte, hatten die Bergischen durch Arnor Thor Gunnarsson und Maciej Majdzinski jeweils zweimal den Ball hinter Recken-Keeper Domenico ebner versenkt, der Urban Lesjak in der 18. Minute zwischen den Pfosten abgelöst hatte. Die Torhüter gegen den BHC in der ersten Halbzeit überhaupt kein Erfolgsfaktor. So war denn der Halbzeitvorsprung des BHC auch vollkommen verdient – so bitter dies aus Recken-Sicht auch war. Zur zweiten Hälfte kam Martinovic auf der halbrechten Position für Cehte. Und damit auch irgendwie frischer Wind! Feise, Jönsson, Brozovic und Böhm gelangen vier Tore in Serie – nach 36 Minuten hieß es auf einmal 17:17. Und Martinovic warf beim sogar zur ersten Führung seit der neunten Minute ein. Der Handball-Krimi war nun voll im Gange. Angetrieben von den Fans bäumten sich die Recken auf, lieferten dem BHC einen begeisternden Kampf. Jönsson und zweimal Böhm warfen zum 30:27 ein, die Recken hatten den dritten Heimsieg vor Augen. Aber sie waren nicht clever genug, ihn auch einzutüten! Vergaben drei Chancen – und auf der anderen Seite trafen zweimal Babak und Gunnarsson per Strafwurf drei Sekunden vor Schluss zum 30:30-Ausgleich. Sieg verschenkt! „Schade, wir haben uns nicht belohnt. Am Ende fühlt es sich nicht gut an“, trauerte Recken-Sportchef Sven-Sören Christophersen dem einen Punkt nach. „Unser Comeback zu beginn der zweiten Halbzeit war super“, meinte Trainer Ortega. Der mit der bisher besten Leistung in dieser Saison aufwartende Kapitän Fabian Böhm hatte erkannt, woran der Punktverlust lag: „Wir waren nicht clever genug, haben zu schnell unsere Angriffe abgeschlossen. Aber das Ergebnis ist gerecht. 30 Tore zu kriegen, ist aber schlimmer, als 30 zu werfen.“  BHC-Coach Sebastian Hinze sprach von „einem glücklichen Punkt für uns. 40 Minuten haben wir ein gutes Spiel gemacht.“ BHC-Geschäftsführer Jörg Föste: „Nach dieser Achterbahnfahrt zählt nur der eine Punkt.“ Am nächsten Donnerstag (19 Uhr) gastieren die Recken bei den Eulen Ludwigshafen. Recken: Lesjak, Ebner – Cehte 1, Kuzmanovski 1, Martinovic 3, Mävers, Hansen 3/2, Pevnov 3, Jönsson 6, Böhm 8, Krone, Donker 1, Hanne, Brozovic 4, Feise 2, Büchner. Beste BHC-Torschützen: Babak 6, Schmidt 5, Gunnarsson 5/3, Majdzinski 4.

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