TSV Hannover-Burgdorf verliert 28:30 gegen die Rhein-Neckar Löwen

Löwen-Schmid wieder zu stark für die Recken

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Fabian Böhm hat eine kleine Lücke in der Abwehr gefunden.

Hannover – Alles wie gehabt: Die Recken verloren im 20. Duell gegen die Rhein-Neckar Löwen zum 19. Mal, unterlagen den Kurpfälzern vor 7551 Zuschauern mit 28:30 (14:16). Die TSV Hannover-Burgdorf hatte gute Passagen während der Partie, doch am Ende war der Champions League-Starter cleverer.

Die Gäste hatten in Andy Schmid (11 Tore) den herausragenden Mann in seinen Reihen. Recken-Coach Carlos Ortega musste auf Torhüter Martin Ziemer (Oberschenkelverhärtung) verzichten, brachte mit Felix Wernlein einen weiteren Nachwuchsmann. Die Umstellung im Tor schien die Recken aber mehr zu beflügeln als zu verunsichern. Was auch daran lag, dass Stammkeeper Urban Lesjak in der ersten Halbzeit eine gute Vorstellung zeigte und sieben Paraden, darunter bei einem Siebenmeter gegen Mannheims Star Andy Schmid, auf Lager hatte. Starker Auftritt des Slowenen!

Apropos Schmid: Der Schweizer Spielmacher lief wie ein Uhrwerk. Er traf und traf und traf, von den ersten neun Treffern für die Gäste markierte der Löwen-Mittelmann allein sechs. Zur Pause hatte er bereits neun Tore erzielt. Dieser Mann ist einfach nicht zu stoppen.

Dennoch stemmten sich die Recken gut gegen die Übermacht des Meisters, spielten ihre Angriffe konsequent durch und hatten dabei auch gute Abschlüsse. Kai Häfner traf im ersten Durchgang dreimal, wurde aber noch von Timo Kastening übertroffen. Der Rechtsaußen verwandelte alle vier Siebenmeter, legte noch zwei Feldtore drauf. Nach einem 8:12-Rückstand (16.) glichen die Hannoveraner beim 13:13 durch den Spanier Cristian Ugalde aus. Allerdings meinten es die Referees Baumgart/Wild nicht gerade gut mit den Gastgebern. Während sie drei Zeitstrafen gegen Hannover pfiffen, kamen die Löwen ohne Strafe davon – die Fans quittierten dies mit „Schieber“-Rufen. War das der Schiri-Bonus für den Ex-Meister? Nach dem 14:14 trafen Kohlbacher und Schmid noch zum 16:14 für die Mannheimer zur Pause.

Nach dem Wechsel hatten die Löwen ihre entscheidende Phase, legten einen 5:1-Lauf hin und setzten sich damit ab auf 21:15. Bei den Recken vertrat Nejc Cehte Kai Häfner auf der rechten Rückraum-Position prima, der Slowene erzielte sieben Treffer mit seiner geballten Wucht. Doch auch sie half letztlich nicht, um den Ex-Meister in Probleme zu bringen. Löwen-Torwart Mikael Appelgren steigerte sich, hatte acht Paraden in der zweiten Hälfte. Zum Schluss kam Hannover zwar nochmals dank eines 5:0-Laufes heran, doch der Sieg der Gäste war letztlich verdient. Völlig überzogen war indes die rote Karte gegen Evgeni Pevnov nach einem Foul an Jannik Kohlbacher (51.).

„Wir hatten Probleme mit Andy Schmid in der ersten Halbzeit“, erkannte Recken-Coach Ortega. „Am Ende hatten wir aber keine Chance.“ „Wir haben nie aufgesteckt, das sind wir den Fans schuldig“, würdigte Sportchef Sven-Sören Christophersen die Leistung seines Teams. „Cehte hat ein Super-Spiel gemacht.“ „Ein verdienter Sieg für die Löwen“, fand Rechtsaußen Kastening. „Als wir gefühlt dran waren, fehlte bei uns in der letzten Aktion aber immer etwas.“

Recken: Lesjak, Wernlein – Johannsen, Cehte (7), Mävers, Thiele, Pevnov, Häfner (3), Atman (1), Böhm (2), Ugalde (3), Srsen, Olsen (5), Feise, Kastening (7/4), Büchner.

Beste Löwen-Torschützen: Schmid (11/2), Petersson (6), Kohlbacher (5), Tollbring (5). haz/gsd

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