TSV Hannover-Burgdorf verliert Spitzenspiel deutlich

THW Kiel viel zu stark für die Recken

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Sven-Sören Christophersen: „Wir haben wir unsere Torhüter allein gelassen und uns im Angriff schwer getan."

Hannover – Das war wohl nichts! Die TSV Hannover-Burgdorf kassierte im Spitzenspiel beim THW Kiel eine deutliche 23:32 (12:17)-Niederlage. Damit ist auch die Tabellenführung futsch, die die Mannschaft von Trainer Carlos Ortega seit dem sechsten Spieltag innehatte. 

Im Grunde genommen waren die Hannoveraner in der Sparkassen-Arena von Beginn an chancenlos. Der THW war überaus fokussiert und zeigte den größeren willen, diese Partie für sich zu entscheiden. Mit ihrem sehr hohen Tempo überrollten die Kieler ihren Gegner geradezu. Bei den Recken reichten nicht alle an ihre Topform heran, dazu zählte auch Dänen-Spielmacher Morten Olsen, der einen gebrauchten Tag erwischte. Die Gastgeber waren einfach auf allen Positionen besser besetzt. Im Tor gab es den augenfälligsten Unterschied. Kiel-Keeper Niclas Landin hatte am Ende 22 Paraden in der Statistik – der bisherige Bundesliga-Bestwert in dieser Saison. An ihm scheiterten die Recken ein ums andere Mal. Hannovers Schlussmänner Ebner und Lesjak kamen nur auf jeweils vier Paraden. „Wir sind schon nicht gut ins Spiel gekommen“, meinte Recken-Sportchef Sven-Sören Christophersen nach dem Match. „Außerdem haben wir unsere Torhüter allein gelassen und uns im Angriff schwer getan, Chancen zu kreieren. So kamen die Kieler schnell ins Rollen.“ Nach elf Minuten beim Spielstand von 7:2 hatte Coach Ortega schon die Nase voll und stauchte sein Team ungewohnt hart zusammen. Der Spanier war total sauer und echauffierte sich in ungeahnter Weise. Geholfen hat es wenig bis nichts. Kiel zog sein Spiel durch, die recken liefen eigentlich nur hinterher. Schon in der ersten Halbzeit unterliefen den Gästen neun technische Fehler – zu viel, um in Kiel bestehen zu können. Nach dem 17:12-Pausenstand blieben die Kieler bei ihrer engagierten und kraftvollen Linie , setzten Hannover weiter stark unter Druck. Mitte der zweiten Hälfte wurde der Vorsprung beim 25:15 erstmals zweistellig. Vor allem Harald Reinkind konnten die Recken nicht stoppen, er kam auf neun Treffer. „In der Abwehr waren wir gnadenlos“, beschrieb Kiels Hendrik Pekeler die Defensiv-Leistung seiner Mannschaft. Dagegen Olsen: „In der ersten Halbzeit haben wir nicht gut in der Abwehr gespielt. Wir haben auch viele freie Würfe nicht getroffen. Und Torwart Landin ist der beste Spieler der Welt.“ Auch der Ausfall von Spielmacher Duvnjak zur Pause konnte die Kieler letztlich nicht aufhalten. Die Recken haben in diesem Spitzenspiel erstmals in dieser Saison ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Jetzt haben sie zwei Wochen Zeit, sich auf das nächste Auswärtsspiel in Leipzig vorzubereiten. Morten Olsen nach dem Spiel: „Leipzig ist für uns wichtiger. Platz eins war für uns die ganze Zeit lustig. Aber niemand hatte gedacht, dass wir nach 13 Spieltagen ganz oben stehen würden. Kiel war kein Spiel, das wir gewinnen müssen.“ Recken: Ebner, Lesjak (Tor), Chet 4, Martinovic 3, Patrail, Thiele 1, Pevnov 1, Jönsson, Böhm 2, Ugalde 4, Olsen 2/2, Donker, Brozovic 3, Feise 1, Kastening 2, Büchner. Kiels beste Werfer: Reinkind 9, Pekeler 7, Bilyk 5, M. Landin 5. haz/gsd

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