Handball-Bundesliga

Debakel für die Recken

Mann klatscht in Hände
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Recken-Trainer Christian Prokop feuert seine Mannschaft vergeblich an - in Wetzlar ist nichts zu holen.

Hannover - Was für ein Debakel für die Recken: Bei der HSG Wetzlar verlor das Team des neuen Trainers Christoph Prokop desaströs mit 16:38 (6:19). Die TSV Hannover-Burgdorf schien dabei von allen guten Handball-Geistern verlassen. In 13 Jahren 1. Liga war es die höchste Niederlage für die Recken, die zweimal gegen Kiel mit 19 Toren Differenz verloren (2009/10 und 2011/12).

„Wir müssen über unsere Mentalität reden“, forderte Recken-Kapitän Fabian Böhm hinterher bei Sky. „Bei uns ist alles in die Hose gegangen. Wir haben uns aufgegeben, den Kopf in den Sand gesteckt.“ Die Recken mussten auf Kreisläufer Evgeni Pevnov verzichten. Daran lag die Pleite natürlich nicht. Dass es in der Rittal-Arena schwer werden würde, war klar. Dort haben die Hannoveraner meistens schlecht ausgesehen. Diesmal aber gingen sie gnadenlos unter.
Schon der Start total war zerfahren. Wetzlar ging mit 4:0 in Front, erst nach 6:49 Minuten gelang Johan Hansen für die Gäste der erste Treffer. Beim 5:2 für die HSG hielt der herausragende HSG-Torwart Till Klimpke den ersten Siebenmeter von Hansen. Beim 2:9 nahm Coach Prokop die erste Auszeit, bemängelte: „Wir verteilen zu viele Geschenke.“ Half alles aber nichts! Die Hessen spielten sich in einem Rausch, trafen fast wie sie wollten. Der Vorsprung des Team des neuen Trainers Ben Matschke wuchs immer weiter an, das Debakel nahm seinen Lauf. Beim 5:11 parierte Klimpke den zweiten Strafwurf von Hansen. Auch ein Torwartwechsel bei den Gästen half nicht weiter: Ebner kam für Lesjak, doch bis zur Halbzeit bauten die HSGer ihre Führung bis auf 19:6 aus. Bis dahin hatte der Wetzlarer Schlussmann schon zehn Paraden auf dem Konto, am Ende waren es 15.
Wer nach der Pause auf eine Wende gehofft hatte, sah sich getäuscht. Hannover fand weiter überhaupt keine Mittel, um die Hessen zu stoppen. Nach knapp einer dreiviertel Stunde Spielzeit war der Rückstand auf 20 Tore angewachsen. Die Recken wurden gnadenlos vorgeführt. Dass nun wieder Lesjak zwischen die Pfosten kam, verbesserte auch nichts. Die Bestrafung der Hannoveraner nahm seinen Lauf, sie steuerten der höchsten Niederlage ihrer Bundesliga-Geschichte entgegen. Wetzlar stellte damit auch einen Rekord auf: Es war der höchste Sieg der HSG in der 1. Liga.
Recken-Kapitän Böhm: „Gut, dass es so hoch war! Da müssen wir nicht lange reden. Die Höhe ärgert mich natürlich. Aber gegen Melsungen müssen wir am nächsten Sonntag ein ganz anders Gesicht zeigen.“
Recken: Lesjak, Ebner – Cehte, Roscheck, Martinovic 3, Mävers 2, Hansen 1, Juric 1, Kuzmanovski, Depping, Böhm 2, Edvardsson, Hanne 2, Brozovic 3, Fischer 1, Feise 1, Büchner.
Wetzlars beste Werfer: Novak 6/1, Nyfjäll 6, Fredriksen 4, Mellegard 4.          haz/gsd

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