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Enttäuschung in letzter Sekunde

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Von: Heiko Meyer

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Auch in der vergangenen Saison bestreiten die Recken das letzte Saisonspiel gegen Leipzig.
Auch in der vergangenen Saison bestreiten die Recken das letzte Saisonspiel gegen Leipzig. Zum Abschied schenken sie ihrem Trainer Carlos Ortega einen 31:28-Sieg © Lars Kaletta

Hannover – Zum wiederholten Mal in dieser zu Ende gehenden Saison hat Handball-Bundesligist TSV Hannover- Burgdorf eine herbe Niederlage hinnehmen müssen. Beim TuS Nettelstedt-Lübbecke setzte es vor nur 985 Zuschauern eine herbe 20:21 (12:9)-Pleite, die einer Blamage gleichkommt. Die Westfalen stiegen trotz des Sieges in die 2. Liga ab. Konkurrent GWD Minden siegte beim HC Erlangen mit 22:21.

„Wir haben uns viel vorgenommen, in der Offensive aber zu viele technische Fehler gemacht“, meinte der aufgrund eines grippalen Infekts angeschlagene Torwart Domenico Ebner bei Sky. „Schließlich haben wir ja noch auf Platz elf geschielt. Aber uns fehlt der Killerinstinkt.“ Auch Recken-Coach Christian Prokop, der auf den Rückraum-Rechten Ivan Martinovic (Grippe) verzichten muss- te, war nicht zum ersten Mal in der Rückserie sauer und fuchtig. Nachdem sein Team in der 53. Minute erstmals seit dem 0:1 zu Beginn in Rückstand geraten war, nahm er nach der Nettelstedter 20:18-Führung die nächste Auszeit und fauchte seine Mannschaft an: „Jeder schmeißt den Ball weg, das ist zu billig!“ Genutzt hat es danach nichts! Stattdessen scheiterte der sonst neben Ebner (13 Paraden) allein noch gute Johan Hansen mit einem Siebenmeter an TuS-Torwart Asheim und verpasste damit den 19:20-Anschluss. Der gelang zwar danach Nejc Cehte und Filip Kuzmanovski glich sogar zum 20:20 aus, doch drei Sekunden vor Schluss netzte Nettelstedts Luka Mrakovcic zum 21:20 für die Mannschaft von Trainer Emir Kurtagic ein. Nur kümmerliche acht Tore in der zweiten Halbzeit – die Recken zeigten einmal mehr ihr schlechtes Gesicht und scheiterten an sich selbst. Dabei war die erste Halbzeit noch okay, wenn auch in einer Partie auf schwachem Niveau nicht herausragend. Nach zwei Steals führte das Prokop-Team 3:1 und nach 23 Minuten sogar 9:4 bei offensivschwachen Westfalen. Doch bis zur Halbzeit war der Fünf-Tore-Vorsprung auf drei Treffer zusammengeschrumpft. Zumindest in der Abwehr präsentierte sich TuS auf der Höhe, mehrfach rannten sich die recken darin fest.
Als Nettelstedt fünf Minuten nach der Pause zum 12:12 ausgeglichen hatte, wurde Prokop während der Auszeit zum ersten Mal laut: „Das ist nur halbherzig, wir brauchen Konsequenz!“, machte er sein Team an. Verlass war im Angriff eigentlich nur auf Rechtsaußen Hansen, der kontinuierlich scorte, so fürs 15:13, 16:15 und beim 18:17 mit seinem achten Treffer für die letzte Hannover-Führung sorgte. Doch von seinem Teamkollegen am Kreis und von Linksaußen kam einfach viel zu wenig – ebenso wie aus dem Rückraum. So endete denn das letzte Auswärtsspiel der Hannoveraner mit einer Blamage beim Absteiger. „Wir machen das Spiel nicht zu – eine große Enttäuschung! Wir haben verpasst, noch nach oben zu klettern. Wir haben zu viel mit Handbremse gespielt, waren nicht eiskalt genug. Unser Rückraum war grausam.“ Am Sonntag (15.30 Uhr) haben die Recken im letzten Saisonspiel den SC DHfK Leipzig in der ZAG-Arena zu Gast. Die Sachsen schielten vor kurzem noch auf einen internationalen Startplatz, der aber inzwischen außer Reichweite ist. Für Recken-Trainer Prokop ist es ein spezielles Spiel, coachte er die Leipziger doch einst selbst. Prokop: „Gegen Leipzig müssen wir uns deutlich steigern, sonst wird es gegen ein gutes SC-Team hart.“ Nach dem Spiel, für das bis gestern über 4200 Tickets verkauft wurden, werden die sechs Abgänge Fabian Böhm, Johan Hansen, Jannes Krone, Urban Lesjak, Nejc Cehte und Ivan Martinovic verabschiedet.Bereits in der vergangenen Saison waren die Leipziger der letzte Gegner der Recken. Es war das Abschiedsspiel des Trainergespanns Carlos Ortega und Iker Romero, das mit 31:28 gewonnen wurde. haz/gsd

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