Handball-Bundesliga

Recken verlieren in Kiel

Mann auf Bank
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Wenig begeistert: Recken-Trainer Christian Prokop.

Hannover - Nach der nicht unerwarteten 24:31 (11:13)-Niederlage beim THW Kiel steckt die TSV Hannover-Burgdorf noch weiter im Tabellenkeller fest und muss sich langsam auf den Abstiegskampf konzentrieren. Nach einer noch passablen ersten Halbzeit waren die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit ausschlaggebend für die siebte Niederlage im zehnten Spiel.

„Wir selber sind für die Niederlage verantwortlich“, gab Trainer Christian Prokop bei Sky zu. „Die erste Halbzeit war noch ganz okay, aber dann war das Spiel in zwei, drei Minuten weg. Bei uns waren Körpersprache und der Glaube nicht da. Wir haben Kiels Verunsicherung gespürt, aber kein Kapital daraus geschlagen.“
Gegenüber dem enttäuschenden Auftritt in Leipzig am Donnerstag zeigten sich die Recken vor 9 000 Zuschauern in Kiel zumindest in der ersten Hälfte verbessert. Ilija Brozovic, der in der zweiten Halbzeit nicht mehr spielte, glich zum 3:3 aus, Büchner zum 5:5 und erneut Brozovic zum 7:7. Nachwuchs-Kreisläufer Justus Fischer sorgte gar für die erste Führung beim 8:7 (20.), Ivan Martinovic per Tempogegenstoß für die zweite zum 9:8 – es war allerdings auch schon die letzte. Bis zum 10:10 konnte Hannover die Partie noch ausgeglichen gestalten. „Beruhigt euch. Wir verschießen zu viel“, meinte Kiel-Coach Filip Jicha in einer Auszeit, während Prokop monierte: „Wir sind zu halbherzig.“ Mit sechs Paraden hielt zudem allein Torhüter Urban Lesjak die Recken im Spiel, die zur Pause 11:13 hinten lagen.
Nach dem Wechsel war es dann allerdings schnell vorbei mit den Recken, die 11:16 in Rückstand gerieten. „Wir müssen in die Zweikämpfe kommen“, forderte Prokop. Doch es blieb mehr beim Wunsch. Der schwache Rechtsaußen Johan Hansen scheiterte mit einem Siebenmeter an THW-Keeper Niklas Landin, bis zur 45. Minute baute Kiel seine Führung auf 23:16 aus. Womit die Partie bereits gelaufen war. 
Hannover hatte nichts mehr entgegen zu setzen, Kapitän Böhm hatte nur ganz wenig Einsatzzeit. Prokop gab mehr Mittelmann Mävers und halblinks Martin Hanne Spielzeit. Auch der Halbrechte Martinovic, der lange kaum zu sehen war, erzielte drei seiner vier Treffer erst in der Schlussphase, als das Match längst entschieden war. Einen herben Spruch fing sich zudem noch Recken-Mittelblocker Bastian Roscheck von Sky-Experte Stefan Kretschmar ein: „Mit seinem zweiten Saisontor hat er sich von einigen Torhütern abgesetzt…Roscheck hat zum 18:25 getroffen. Coach Prokop hinterher: „Das war viel zu wenig!“
Mit 6:14-Punkten stecken die Recken tief im Tabellenkeller fest. Und in den nächsten Partien gegen den Vierten Flensburg (am nächsten Samstag), bei Pokalsieger Lemgo und gegen Spitzenreiter Magdeburg ist eine Verbesserung des dünnen Punkte-Kontos auch kaum zu erwarten.
Gut unterrichtete Kreise gehen davon aus, dass Kiels zweiter Torhüter Dario Quenstedt zur kommenden Saison nach Hannover wechselt. Er selbst wollte nichts dazu sagen.
Recken: Lesjak, Ritschel – Cehte 3, Roscheck 1, Martinovic 4, Mävers 4 (1/1), Hansen 2 (1/3), Kuzmanovski 1, Böhm 1, Büchner 2.
Beste Torschützen Kiel: Ekberg 7 (5/6), Bilyk 6, Pekeler 4 und Duvnjak 4.      haz/gsd

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