Handball-Bundesliga

Recken bieten dem THW Kiel lange Zeit Paroli

Handballer beim Wurf
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Recken-Torhüter Domenico Ebner pariert den Ball von Niklas Ekberg, doch am Ende setzen sich die Gäste aus Kiel in Hannover durch.

Hannover - Alle Achtung, Recken: Ohne sechs Leistungsträger, die sich wegen Corona-Infektionen in Quarantäne befinden, hielt sich der stark dezimierte Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf bei der 29:35 (16:16)-Heimniederlage gegen den THW Kiel überaus achtbar. Erst in den letzten 20 Minuten setzte sich die individuelle Überlegenheit des amtierenden Champions League-.Siegers durch. Allerdings blieb das Team von Trainer Carlos Ortega nun auch bereits zum vierten Mal in der Rückrunde sieglos.

Mit Spannung wurde vor Spielbeginn erwartet, welche Spieler nicht zur Verfügung standen – die Recken machten daraus ein Geheimnis, das aber bei Vorlage des Spielberichts offenkundig wurde. So waren Torwart Urban Lesjak, Nejc Cehte, Ivan Martinovic, Evgeni Pevnov, Vincent Büchner und Justus Fischer nicht dabei. Dafür hatte Ortega zur Sicherheit Matteo Ehlers und Koray Ayar aus der zweiten Mannschaft ins Erstligateam beordert. Sie kamen allerdings gegen den THW nicht zum Einsatz.
Die, die auf der Platte standen, machten ihre Sache aber gegen den Super-Favoriten sehr gut. Hannover spielte in der ersten Spielphase wiederholt mit 7 gegen 6 lange Angriffe, gegen die sich die Kieler schwertaten: „Meine Herren, nicht einschlafen“, war THW-Coach Filip Jicha in einer Auszeit sauer. Da lag sein Team 3:6 hinten und Kiel kam überhaupt nicht klar. Die Recken führten auch noch 8:5 und 9:6, weil Rechtsaußen Johan Hansen gut aufgelegt war und vor der Pause schon sieben Mal traf. Erst beim 9:9 gelang Kiel der erste Gleichstand durch Niclas Ekberg. Patrick Wiencek gelang nach 22 Minuten die erste THW-Führung. Doch die Recken gingen vor der Pause noch vier Mal in Front. Sie hielten sich einfach bemerkenswert, was danach noch zehn Minuten anhielt. Erst nach dem 22:24 (40.) mussten sie abreißen lassen. Kiel legte eine Machtdemonstration der Offensivstärke hin, gegen die die Recken passen mussten. In der zweiten Hälfte trafen sie 90 Prozent ihrer Würfe. Beim 25:30 (48.) war der Gäste-Sieg klar. Nach der Pause nahm Kiels Superstar Sander Sagosen die Partie in die Hand, während Niclas Ekberg so kontinuierlich traf wie schon in der Halbzeit 1.
„Trotz der sechs Tore Unterschied bin ich stolz auf unser Team“, sagte Fabian Böhm. „Wir haben das Tempo verschleppt, wie es nur geht. Aber dann war die Lockerheit weg, der Rhythmus fehlte nach 14 Tagen Quarantäne und nur einem Training“, so der Recken-Kapitän. „Wir haben zu wenig Emotion und Leidenschaft gezeigt“,  schimpfte Kiels Steffen Weinhold. „Wir mussten uns langsam in die Partie reinkämpfen, haben aber gute Moral gezeigt.“  Recken-Torwart Domenico Ebner: „Der Trainer hat uns gut eingestellt. In der zweiten Halbzeit haben uns aber die Körner gefehlt.“ Recken-Sportchef Sven-Sören Christophersen: „Die Mannschaft war konkurrenzfähig, die Youngster haben ihre Einsatzzeit genutzt.“ 

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