Handball-Bundesliga

Recken starten Donnerstag mit Heimspiel gegen GWD Minden

Handballer beim Siebenmeter
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Neuzugang Johan Hansen wurde als Nachfolger von Timo Kastening verpflichtet. Mal sehen, wie er sich beim Auftakt der Recken gegen GWD Minden präsentiert.

Die Recken machen das Dutzend voll: Gegen GWD Minden starten sie am Donnerstag (19 Uhr) in der ZAG-Arena – bisher Tui-Arena – in ihre zwölfte Erstliga-Saison. Die Handball-Bundesliga geht insgesamt in ihre bereits 55. Spielzeit.

Alle sind gespannt auf den Auftritt von Neuzugang Johan Hansen.

Gespielt wird nun eben doch in der ZAG-Arena. Der Millionär Martin Weiß, der die Drittliga-Handballer des TuS Vinnhorst kräftig unterstützt, hat für fünf Jahre die Namensrechte für 500 000 Euro gekauft. Arena-Eigner Günter Papenburg (81) hatte in den vergangenen zwei Wochen damit gedroht, die Halle trotz bestehender gegenseitiger Vereinbarungen nicht aufzusperren, weil er rund    400 000 Euro Nachzahlung an Mietnebenkosten für seine Halle von den Recken fordert. Die Recken monierten ihrerseits exorbitant gestiegene Nebenkosten und vor allem auch darüber fehlende Belege. Papenburg mahnte wiederum Hilfestellung bei Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (39) und Regionspräsident Hauke Jagau (59) an. Viele interpretierten das so, dass die Recken nur der Spielball des Bau-Multis sei, um Druck auf die Politik auszuüben. Papenburg fühlt sich in der Unterstützung und Finanzierung der Arena von den politischen Kräften der Landeshauptstadt allein gelassen. Bereits zu Zeiten der Hannover Scorpions (2010 deutscher Eishockey-Meister) habe Papenburg die Kufencracks als Mittel zum Zweck gegenüber der politischen Führung benutzt. Nach langen Differenzen fanden der Unternehmer und die Recken Anfang der Woche wieder zusammen. Nach dem Motto: Die zurzeit lange leer stehende Arena braucht die Recken, um wenigstens etwas ausgelastet zu sein, und der Handball-Bundesligist braucht die Arena. Dort können die Recken rund 2 000 Zuschauer zulassen, in der alternativen Swiss-Life Hall nur 830. Laut Recken-Geschäftsführer Eike Korsen wäre es so gut wie unmöglich gewesen, kurzfristig von der Arena in die Swiss-Life Hall zu wechseln, weil der Organisationsaufwand auch wegen der derzeitigen Hygieneregeln zu groß sei. Bis Dienstagabend hatten die Recken gut 1 000 Tickets für die Saison-Premiere gegen Minden (mit den Ex-Recken Joshua Thiele und Torwart Malte Semisch) verkauft. Nach den Abgängen der Leistungsträger Morton Olsen (zurück nach Dänemark), Mait Patrail (Rhein-Neckar Löwen) und Timo Kastening (Melsungen) sind nun die jungen Spieler gefordert. Trainer Carlos Ortega ist angehalten, die richtige Mischung zu finden. Schwierig, weil in der Vorbereitung fast durchgängig mit Nejc Cehte und Neuzugang Filip Kuzmanovski zwei wichtige Spieler fehlten. Ob sie gegen Minden, gegen das die Recken auch vergangene Saison zum Start 36:30 gewannen, zurückkehren (können), ließ Ortega noch offen. Zuversicht nach der langen Corona-Pause versprühte Evgeni Pevnov: „Wir sind extrem heiß, endlich ist es soweit. Wir wollen wieder auf die Platte und sind vorbereitet auf einen harten Kampf.“ Die Vorbereitung der Recken auf ihre zwölfte Bundesligasaison verlief durchwachsen. Nach zunächst vier Test-Siegen gab es drei Niederlagen, darunter bei Zweitligist HSV Hamburg und gegen Erstliga-Aufsteiger Coburg (am Donnerstag, 8. Oktober, zweiter Heimgegner). Die 21:28-Pleite in Magdeburg war dagegen nicht überraschend. Gespannt sind die Fans jetzt, wie sich das umformierte Team zum Beispiel mit dem dänischen Weltmeister Johan Hansen als Nachfolger von Rechtsaußen Kastening gegen Minden präsentiert.   

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