Handball-Bundesliga

Recken zittern sich zum Heimsieg

Handballer feiern
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Jubel: Nach einem Pausenrückstand gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke gehen die Recken am Ende doch noch als knapper Sieger vom Parkett.

Hannover - Was für eine schwere Geburt: Nur mit viel Mühe und äußerst glücklich gewann Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf das Heimspiel vor 2 140 Zuschauern in der ZAG-Arena gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke mit 22:21 (9:11). Die Recken mussten sich unheimlich strecken, um diesen zweiten Sieg in Folge einzufahren. Eine gute Schlussviertelstunde sicherte letztlich noch den dritten Heimsieg und den insgesamt fünften Erfolg.

In der ersten Halbzeit tat sich die Mannschaft von Trainer Christian Prokop unglaublich schwer, agierte zumindest zeitweise auch einfach schwach. Von möglichem Selbstvertrauen, den der Erfolg im Lemgo gegeben haben könnte, war lange nichts zu sehen. So wunderte es auch nicht, dass die Gastgeber zunächst mit 0:3 in Rückstand gerieten. Vor allem Nettelstedts Lutz Heiny bekamen die Recken in der Anfangsphase nicht unter Kontrolle. Er markierte drei der ersten vier Gästetreffer. 
Beim 3:7 nahm Prokop die erste Auszeit: Knallt Euch rein“, munterte er sein Team auf. Doch es half nichts. Nettelstedt bestimmte das Spiel. Prokop versuchte es mit einer 3-2-1-Deckung statt 6-0, doch die Westfalen blieben weiter in Führung, da auch Ivan Martinovic mit einem Strafwurf an TuS-Torwart Aljosa Rezar scheiterte. Zusätzliche Schwächung: Nach 24 Minuten sah Recken-Linksaußen Vincent Büchner die rote Karte, nachdem er Nettelstedts Marten Franke im Gesicht erwischt hatte, als er einen Ball abfangen wollte. Hannes Feise übernahm den Job auf Linksaußen, bewirkte aber wenig – wie überhaupt von außen bis in die zweite Hälfte hinein wenig kam. Mit 9:11 ging es in die Kabine – viel zu wenige Tore von den nervösen und unkonzentrierten Recken.
Nach dem Wechsel ging es erstmal kaum besser weiter. Torwart Lesjak parierte zwar einen Siebenmeter von Skroblien, doch TuS blieb mit 14:11 in Front. Nach einer Wende sah es da noch nicht aus. Eine Viertelstunde vor Schluss lagen die Recken immer noch 14:17 zurück, ehe Johan Hansen, der sich auf Rechtsaußen im zweiten Durchgang steigerte, Martinovic und Veit Mävers zum 17:17 (49.) ausglichen – der erste Gleichstand überhaupt. Nach Evgeni Pevnov (12.) feierte dann auch Torwart Ebner nach zwei Monaten sein Comeback – und parierte sogleich den Strafwurf von Nettelstedts Speckmann. Feise sorgte kurz danach sogar für die erste Führung zum 18:17 – mit einem 6:0-Lauf hatten die Recken die Partie gedreht. Hansen traf doppelt zum 20:17. Fast unglaublich, diese Wende in der engen Partie.
 Per tollem Kempa-Trick auf Hansen-Zuspiel traf Filip Kuzmanovski zum 21:18 und danach zum 22:18. Alles klar? Von wegen! Die Recken wieder nervös und unkonzentriert, was TuS nutzte, noch dreimal zum 21:22 zu treffen und zu verkürzen, nachdem der wieder kaum spielende Kapitän Böhm beim letzten Recken-Angriff nur die Latte getroffen hatte. Nettelstedts letzter Angriff wiederum endete aber mit einem Pass ins Aus. Sirene, Ende – und Sieg!
„Wir haben wellenförmig gespielt, sind aber cool geblieben“, kommentierte Coach Prokop. „Es war extrem spannend, aber der Sieg schmeckt gut. In der zweiten Halbzeit haben wir verbessertes Tempospiel gezeigt.“
Recken: Lesjak, Ebner – Cehte 1, Roscheck, Martinovic 3, Mävers 3, Hansen 7/1, Pevnov, Kuzmanovski 4, Böhm, Krone, Edvardsson, Hanne 1, Brozovic, Feise 2, Büchner 1.
Erfolgreichste TuS-Torschützen: Heiny 7, Skroblien 4 und Petreikis 4.       haz/gsd

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