Handball-Bundesliga

Recken drehen Spiel in letzten fünf Minuten

Handballer wirft
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Ivan Martinovic zeigt hier seine Rafinesse bei einem Drehwurf. Er ist mit zehn Treffern erfolgreichster Recken-Torschütze.

Hannover - Was für ein verrücktes Spiel: Nach 55 mäßigen bis schwachen Minuten dreht Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf das Nachholspiel gegen den HSV Hamburg in den letzten fünf Minuten noch zum 29:27 (11:13)-Sieg und sichert sich damit wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt. Mit zehn Treffern ragte bei den recken der ins Team zurückgekehrte Ivan Martinovic heraus. Auf ebenso viele Treffer kam beim HSV Ex-Recke Casper Mortensen. „Wir sind maximal schlecht gestartet“, gab Recken-Trainer Christian Prokop zu. „Mit unserer Leistung bin ich nicht zufrieden, aber mit der Mentalität.“

Gegen die HSV-Rumpftruppe, in der 13 Profis wegen Verletzungen und Corona-Ausfällen fehlen und die Gäste deshalb um eine Spielverlegung gebeten hatten, die die HBL aber ablehnte, tut sich Hannover überaus schwer und liegt bis zur Halbzeit durchweg hinten. Spielmacher Mävers erwischt einen gebrauchten Tag, in der Offensive können sich die Recken nicht durchsetzen oder sie scheitern am dritten HSV-Keeper Jonas Maier (zehn Paraden).
Schon nach dem 2:4 (10.) hat Coach Prokop, der auf Nejc Cehte (Gehirnerschütterung) verzichten muss, die Nase voll und fordert in der ersten Auszeit: „Wir müssen Feuer reinbringen!“ Doch bei den Recken glimmt es nur ein bisschen, der HSV löscht gut ab. Und hat neben Torwart Maier in den A-Jugendlichen Max Niemann und Mats Quardfasel Jungspunde, die den ausgefallenen Akteuren in kaum etwas nachstehen.
Nach dem Wechsel das gleiche Bild: Der HSV kämpft mit viel Einsatz, das Prokop-Team läuft weiter nur hinterher (15:18, 41.). Missverständnisse, Ballverluste und viel Hektik prägen die Partie, in der Martinovic beim 21:21 49.) erstmals wieder den Ausgleich schafft. 
Wichtige Szene nach 53 Minuten: Hamburgs Späth kassiert zwei Strafminuten, Hansen gleicht per Siebenmeter zum 24:24 aus. Quardfasels Wurf pariert Torwart Ebner, den Nachwurf setzt HSV-Kreisläufer Schimmelbauer an den rechten Pfosten.


Die Wende dann nach 55 Minuten: HBL-Strafbankkönig Ilija Brozovic (3x2min.) sorgt beim 25:24 für die erste Führung, die Mävers, Büchner, Martinovic (10 Tore) und Kuzmanovski auf 29:25 ausbauen. „Wir wussten nicht, auf was für ein Hamburger Team wir treffen würden“, sagte Torwart Ebner hinterher. „Der HSV hat langsam Handball gespielt und uns das Leben richtig schwer gemacht. Noch ist nach unten nichts abgehakt, aber das war ein Riesen-Step nach vorn.“ Recken-Sportchef Sven-Sören Christophersen: „Ein Riesen-Faktor waren die Zuschauer in der Halle.“
Am Sonntagabend (19.30 Uhr) bestreiten die Recken, die gegen den HSV ihren fünften Heimsieg im zwölften Heimspiel buchten, schon ihr Nachholspiel in Göppingen. Das Hinspiel verloren die Hannoveraner kurz vor Weihnachten mit 32:34.
Recken: Lesjak, Ebner – Roscheck, Martinovic 10, Mävers 2, Hansen 7/2, Pevnov 1, Kuzmanovski 4, Ehlers, Krone, Edvardsson, Brozovic 1, Fischer, Feise, Büchner 4.
Beste HSVer: Mortensen 10/3, Theilinger 5, Niemann 3, Valiullin 3.             haz/gsd

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