Handball-Bundesliga

Recken steigen ins Training ein

Läufer auf der Bahn
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Laufen für den Laktattest: Recken-Neuzugang Bastian Roscheck (2.v.l.) hängt sich voll rein.

Hannover - Drückende Schwüle liegt über dem Erika-Fisch-Stadion neben der HDI-Arena und der Swiss-Life Hall in Hannover. Trainingsauftakt bei Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf. Der Stars sind diesmal nicht die Spieler der Recken, sondern ihr neuer Trainer: Christian Prokop (42) hat den zum FC Barcelona gewechselten Carlos Ortega abgelöst, nimmt sein neues Team erstmals beim bei den Akteuren nicht gerade beliebten Laktat-/Leistungstest in Augenschein.

Mit dabei ist zumindest einem der beiden neuen Spieler: Bastian Roscheck (30) kommt wie Prokop aus Leipzig nach Hannover, wobei der Coach nach seinem Abgang bei der deutschen Nationalmannschaft im Februar 2020 ein gutes Jahr Pause machte, während Roscheck, der aus Krefeld stammt, Ende Juni sogar noch für den SC DHfK für seinen bisherigen Klub im letzten Saisonspiel bei den Recken „auf der Platte“ stand.
Wie Recken-Kapitän Fabian Böhm & Co. quält sich Roscheck bei der Hitze über mehrere Laufrunden, ein Team vom Olympiastützpunkt und der Medizinischen Hochschule Hannover nimmt nach jeweils zwei Runden Blutproben aus den Ohrläppchen. Kreisläufer Ilija Brozovic ist so geschlaucht, dass er sich hinlegen muss, Torwart Domenico Ebner bricht seinen Lauf ab.




Die Stimmung ist aber gut, auch Prokop (hat Geburtstag am Heiligabend) feuert sein neues Team klatschend an, während die Musik von Team-DJ Ivan Martinovic über den Platz dröhnt. „Wir müssen erst ein Gefühl bekommen füreinander“, sagt Prokop, der nur Böhm, Pevnov und Roscheck, den er vier Jahre in Leipzig coachte, kennt. „Mir gefällt, dass bei den Recken die Talente so gut eingebunden werden“, sagt Prokop, der diese „Kraft der Integration“ lobt. Natürlich kann die Frage nicht ausbleiben, wie er sich die Spielweise seiner neuen Mannschaft vorstellt: „Ich möchte emotional attraktiv, dynamisch und mit hoher Kampfkraft spielen lassen“, stellt der Ex-Bundestrainer, der von 2006 bis 2009 schon einmal in Hannover mit dem Drittligisten TSV Anderten als HSV Hannover in die 2. Liga aufstieg, sein Konzept ansatzweise vor. Und klar: „Wir wollen eine gute Rolle spielen, das Publikum emotionalisieren“, so der neue Coach.
Vorgänger Ortega bescheinigt er im Nachhinein ein „gutes Konzept“, aber „jeder Trainer ist ein Verfechter eines taktischen Plans und hat eigene Ideen.“ Er gehe mit großer Vorfreude an die Sache, möchte etwas bewegen.
Nach der langen Pause war Prokop „froh, wieder ein Trikot überzuziehen.“ Vom Recken-Auftakt hat er „einen guten Eindruck“. Wiederholt spricht er einzelne Spieler an, das wollte er auch gestern beim ersten Hallentraining fortsetzen, bei dem es um Ballgewöhnung, Zweikämpfe, aber auch schon um Abwehrsysteme gehen sollte.
Auf den zweiten Neuen, Schweden-Spielmacher Jonathan Edvardsson, muss Prokop – wie auch auf den Dänen Johan Hansen – noch verzichten. Beide sind bei ihren Länderteams in Tokio. Prokop: „Eine tolle Sache für die Spieler, für uns erschwert es die Situation aber.“
Prokop selbst hat mit seiner Familie schon ein neues Zuhause in Hannover-Wettbergen gefunden, seine Tochter hat gerade die zweite Klasse in Leipzig absolviert, eine neue Schule ist schon gefunden.
Bis zum ersten Test am 6. August beim Drittligisten TuS Vinnhorst wird jetzt viel Schweiß fließen. Danach spielen die Recken in Gummersbach und Dormagen, beim Turnier in Minden (mit Prokops Ex-Team Leipzig und Erstliga-Rückkehrer Nettelstedt), gegen Lemgo und Bundesliga-Aufsteiger HSV Hamburg, ehe die Saison mit dem Heimspiel gegen die Rhein Neckar-Löwen beginnt.  haz/gsd

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