Handball-Bundesliga

Recken verlieren in Leipzig

Torwart mit Ball in der Hand
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Nach der Niederlage in Leipzig steht für die Recken um Torhüter Urban Lesjak das nächste schwere Spiel an – auswärts in Kiel.

Hannover - Nach den beiden Siegen in Erlangen und gegen Minden gab es für die TSV Hannover-Burgdorf schon wieder den nächsten Rückschlag. Beim SC DHfK Leipzig verloren die Recken vor 2 736 Zuschauern klar mit 25:32 (12:15) und vermiesten Trainer Christian Prokop dabei dessen Rückkehr an seine frühere Wirkungsstätte. Entsprechend bedient war der ehemalige Bundestrainer nach dem schwachen Auftritt in der Leipziger Arena und der dritten Pleite im vierten Auswärtsspiel.

„Der Anfang war zwar ganz gut, aber über 50 Minuten hatten wir keine Leistung, die für einen Auswärtssieg reicht“, nahm Prokop kein Blatt vor den Mund und wurde noch deutlicher: „Das war enttäuschend, die Überzeugung fehlte. Wir konnten unsere Stärken gegen Leipzigs Defensive nicht ausspielen. Wir haben uns schwer getan und waren weit hinter unseren Ansprüchen.“ Rumms – das hat gesessen!
Nach drei Angriffen, die nichts einbrachten, verkürzte Ilija Brozovic nach sieben Minuten mit dem ersten Recken-Tor auf 1:2. Danach gingen die Niedersachsen bei den Sachsen sogar viermal beim 3:2 (Böhm), 4:3 (Siebenmeter Hansen), 5:4 (Martinovic) und 8:7 (Brozovic) in Front. Doch nach dem 9:9 (ein Eigentor von Leipzigs Jotic, von dessen Fuß ein Böhm-Abpraller ins Tor flog) ging’s bergab, war ein Bruch im Spiel. Leipzig zog auf 15:10 davon. Schon da war Hannovers Spiel von technischen Fehlern und Fehlpässen geprägt – in der zweiten Halbzeit allerdings auch von Pech, denn ein halbes Dutzend Mal scheiterten die Recken auch an Pfosten und Latte. 
Das 15:12 zur Pause ließ zwar noch alles offen, doch nach Wiederbeginn trafen vor allem Leipzigs Außen Krzikalla und Binder fast nach Belieben, dazu auch Mittelmann Witzke. Auch mit einer Abwehr-Umstellung auf 3-2-1 konnte Prokop die Übermacht der Sachsen nicht aufhalten. Sie zogen auf 20:14 (40.) und 27:18 (52.) weg – die Messe war längst gelesen. 
Passend zur Pleite auch die letzte Aktion: Hannovers Dänen-Weltmeister Hansen scheiterte mit einem Siebenmeter an Leipzigs neuen Nationaltorwart Joel Birlehm. Von den vermeintlichen Führungsspielern war in der zweiten Hälfte einmal mehr relativ wenig zu sehen. „Traurig, wie unsere Leistung hier war“, resümierte Coach Prokop. „Schön, wenn man mal wieder nach Leipzig zurückkommt, aber wir haben uns hier mehr versprochen“, meinte er angefressen am Sky-Mikrofon.
Recken: Lesjak, Ritschel – Cehte 2, Roscheck, Martinovic 1, Mävers, Hansen 4 (2/4), Kuzmanovski 3, Böhm 4, Krone 2, Hanne 1, Brozovic 4, Fischer 2, Feise, Ayar und Büchner 2.
Beste Torschützen Leipzig: Krzikalla 9 (3/3), Witzke 7, Binder 6.
Strafminuten: Leipzig 16, Recken 12.
Bereits am morgigen Sonntag (14 Uhr) geht es für die Recken im nächsten Auswärtsspiel beim THW Kiel weiter. In der gegenwärtigen Verfassung scheinen sie auch dort eher auf verlorenem Posten zu stehen. Die Kieler steckten zuletzt zwar in einer Sieglos-Serie, fanden aber mit dem 24:23 am Donnerstag gegen den Bergischen HC in die Erfolgsspur zurück. Am 15. Dezember sind Torwart Niklas Landin, Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler & Co. auch der Gegner der Recken im DHB-Pokal-Achtelfinale.  haz/gsd

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