Handballfest vor 8700 Zuschauer beim 31:28 gegen Berlin

Recken fangen die Füchse ein

TSV Hannover Burgdorf - Füchse Berlin
+
Großer Jubel bei Trainer Carlos Ortega, den Spielern und Zuschauern in der Tui-Arena nach dem Abpfiff.

Hannover – Was für ein Handball-Fest am zweiten Advent! Die Recken ließen nach dem Pokal-Coup in Mannheim auch die Tui-Arena brennen und gewannen gegen die Füchse Berlin vor 8701 Zuschauern mit 31:28 (17:16). Damit bleiben sie weiter in der Spitzengruppe der Handball-Bundesliga dabei.

Und wieder war es dieser unglaubliche Däne, der der Partie seinen Stempel aufdrückte: Morten Olsen steuerte elf Treffer zum Sieg bei. Überraschung vor dem Anpfiff: Bei Berlin fehlten beide etatmäßige Torhüter. Heinevetter ist verletzt, Milosavljev hat Grippe. So stand ausgerechnet Ex-Recke Martin Ziemer mit im Aufgebot der Füchse – und fing auch an. Was für eine Pikanterie! „Auf der Platte“ setzten allerdings erstmal Ziemers Vorderleute die Akzente. Marsenic, Kopljar und Wiede brachten die Füchse 3:0 in Front. Fünfeinhalb Minuten dauerte es, bis die Recken zum ersten Treffer kamen, als Nejc Cehte von halbrechts seine „linke Klebe“ rausholte und den Ball hinter Ziemer reinhämmerte. Die Hannoveraner taten sich etwas schwer, in die Partie zu kommen, mussten sich jeden Treffer hart erarbeiten. Aber sie kämpften sich heran und glichen durch Morten Olsen zum 5:5 aus. Der Däne steigerte sich langsam ins Spiel rein und sorgte auch für die erste Führung: 8:7 per Siebenmeter (17.). Jung-Nationalrechtsaußen Timo Kastening warf in der Folge den ersten Zwei-Tore-Vorsprung zum 12:10 heraus. Die Partie in dieser Phase absolut ausgeglichen. Nun legte das Ortega-Team immer einen weiteren Treffer vor, die Berliner schafften jeweils den Anschluss. Aber das Match blieb sehr eng, Kopljar egalisierte zum 15:15. Olsen netzte zum 16:15 ein, und fast mit der Halbzeitsirene schaffte Vincent Büchner die umjubelte Pausenführung zum 17:16. Bis dahin eine Partie auf Augenhöhe. Dass ihre beiden Stammkeeper fehlten, beeindruckte die Füchse nicht. Olsen eröffnete die zweite Hälfte per erfolgreichen Siebenmeter. Zweimal ließen die Recken aber die Chance liegen, ins leere Füchse-Tor zu treffen. Aber langsam bauten sie dennoch ihren Vorsprung aus, weil auch Torwart Ebner sich steigerte und auch einen Strafwurf von „Siebenmeter-Maschine“ Lindberg parierte. Nach 45 Minuten lagen die Hannoveraner 23:18 vorn – natürlich durch Olsen. Diesen Vorsprung wahrten sie über viele Minuten, ehe es in der Schlussphase doch noch einmal eng wurde. Mehrere Angriffe schlossen die Recken zu früh und etwas überhastet ab. Zudem parierte Ziemer einen Siebenmeter von Veit Mävers, der zuvor „vom Punkt“ getroffen hatte. Doch in den letzten Minuten war es eben wieder Olsen, der das Spiel für die Recken entschied. Die letzten beiden Treffer warf er höchstpersönlich zum 30:27 und zum 31:28. „Der Start in die zweite Halbzeit war der Schlüssel zum Sieg“, meinte Coach Ortega. „Unsere Abwehr und Torwart Ebner waren unglaublich. Genauso sah es Sportchef Smöre Christophersen. „Mit den vielen Fans haben wir noch mal einen draufgesetzt.“ „Hannover war über die ganze Zeit besser“, anerkannte Füchse-Trainer Petkovic. Recken-Kreisläufer Pevnov: „In der ersten Halbzeit hatten wir Berlin total im Griff. Wir haben schönen Handball gespielt.“ Berlins Torwart Ziemer: „Das hatte ich mir natürlich anders vorgestellt. Wir hatten keinen Zugriff auf die Recken.“ Recken: Ebner, Lesjak – Cehte 4, Martinovic 2, Patrail, Pevnov 1, Jönsson 1, Feise, Brozovic, Thiele, Böhm 2, Ugalde, Olsen 11/3, Kastening 5, Büchner 4, Mävers 1/1. Berlins beste Werfer: Lindberg 9/7, Wiede 6, Holm 3, Mandalinic 3. haz/gsd

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare