27:27 gegen Berlin / Hannover zum vierten Mal ungeschlagen

Recken gegen Füchse nicht listig genug

Vincent Büchner im Duell mit Füchse-Torhüter Dejan Milosavljev
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Dejan Milosavljev ist ein starker Rückhalt im Füchse: Hier kann Vincent Büchner den Torhüter überwinden, der insgesamt drei Treffer erzielt.

Hannover – Punktgewinn oder Punktverlust – das war die Frage nach dem 27:27 (13:12) der TSV Hannover-Burgdorf in der Handball-Bundesliga gegen die Füchse Berlin. Beide Teams lieferten sich einen spannenden Kampf auf Biegen oder Brechen, der zudem in der zweiten Halbzeit zeitweise von argen Nickligkeiten geprägt war. Zumindest blieben die Recken nach zuletzt drei Siegen mit dem Remis zum vierten Mal in Folge ungeschlagen. 

Die Recken mit voller Kapelle am Vatertag „auf der Platte“ – das sah doch schon mal gut aus. Und nach dem 0:1 durch Berlins dänische „Tormaschine“ Hans Lindberg ging es eigentlich auch erfreulich weiter bei den Gastgeber – erstmal. Evgeni Pevnov und Johan Hansen trafen zum 3:1, Kapitän Fabian Böhm legte das 4:1 (9.) nach – ein toller Start für das Team von Trainer Carlos Ortega. Und die Recken behaupteten die Führung auch noch weiter: 6:3 nach zwölf Minuten, wenn Zuschauer in der Halle gewesen wären, sie hätten frenetisch gejubelt. So aber gaben nur die halbes Dutzend Trommler aus dem Helfer-Team den Ton an.
Doch nach und nach schnupperten die Füchse an der richtigen Spur, fanden besser und besser in die Partie – allerdings begünstigt durch ein halbes Dutzend leichtfertiger Ballverluste der Hannoveraner in der Offensive. Schlechte Zuspiele, ein unnötiger weiter Torwart-Abwurf des ansonsten wieder gut aufgelegten Domenico Ebner: So kam eins zum anderen, was die Berliner hauptsächlich in Person von Hans Lindberg ausnutzten. 7:7 nach 18 Minuten und dann die erste Füchse-Führung nach 21 Minuten durch – na, wen wohl? Natürlich Lindberg, der Pause sieben der zwölf Gästetore in seiner Statistik hatte.
Aber die Recken ließen nicht unterkriegen, was ihnen zugute zu halten war. Den 10:12-Rückstand drehten Böhm mit zwei Treffern und Linksaußen Vincent Büchner um in einen 13:12-Pausenvorsprung. Eine enge Partie auf Augenhöhe, die spannenden Kampf für die zweite Halbzeit erwarten ließ. Und eng blieb es tatsächlich weiter. Die Recken wieder mit drei Toren 16:13 vorn. Böhm sah nach einer Attacke gegen Wiede Rot (35.), danach wurde das Match immer giftiger. Nach Strafen gegen Marsenic und Gojun hatten die Recken kurzzeitig 6:4-Überzahl. Doch der 18:15-Vorsprung schmolz alsbald wieder zusammen. Der Ausgleich wollte den Füchsen jedoch nicht gelingen. Glück hatten die Recken beim 23:21: Hansen scheiterte beim Siebenmeter per Heber an der Latte des Berliner Tores, konnte aber den Nachwurf verwandeln. Knapp drei Minuten vor Schluss führte Hannover-Burgdorf 27:24 durch den erneut in der zweiten Halbzeit auftrumpfenden Martin Hanne (5 Tore einen Tag nach seinem 20. Geburtstag), doch die Füchse bissen nochmals zurück. Kopljar, Lindberg (sein 10. Tor fiel per Siebenmeter) und erneut Kopljar sicherten den Berlinern noch einen Punkt. Der Kroate traf dabei zwei Sekunden vor Schluss, nachdem beide Trainer in den letzten 45 Sekunden noch je eine Auszeit genommen hatten. Zuvor hatte Büchner den letzten Recken-Wurf vergeben.

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