Handball-Bundesliga

Recken feiern Krimi-Sieg gegen Erlangen – endlich wieder vor Fans

Männer jubeln
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Die Recken jubeln nach ihrem Heimsieg gegen Erlangen.

Hannover - Was hat das mal wieder Spaß gemacht: Die Recken gewinnen in der Handball-Bundesliga nach einem Krimi mit 27:26 (14:16) gegen den HC Erlangen – und die 1 653 Zuschauer (3 000 wären möglich gewesen) waren am Ende super-glücklich.

13 Minuten vor dem Anpfiff brandete zum ersten Mal seit dem 22. Oktober 2020 wieder so etwas wie Stimmung in der hannoverschen ZAG-Arena auf. Die Zuschauer zückten ihre Klatschpappen und veranstalteten einen Lärm, als wären 6 000 Recken-Anhänger in der Halle. Und beim Einlauf der Hannover wurde es noch stimmungsvoller: In der abgedunkelten Halle flammten die Handy-Lichter auf und leuchteten dem Ortega-Team den Weg. 
Und selbst für Gegner Erlangen gab es stürmischen Beifall. DJ Aiello posaunte die Spielernamen raus, und als das Team einlief, erhoben sich die Fans – viele von ihnen mit Trikots von Olsen, Patrail und anderen ehemaligen Spielern – von den Sitzen, bereiteten ihm einem warmen Empfang. „Recken rocken“ – wie lange hatte es diese Anfeuerung nicht gegeben! „Wieder ein Stück Normalität“, freute sich auch Sportchef Sören Christophersen.
Und auch das Spiel hatte es in sich. Die Recken gerieten schnell in Rückstand, ehe der Slowene Nejc Cehte die Partie für die Recken zur einzigen Führung in der ersten Halbzeit drehte. Dann rückten die Schiedsrichter Kinzel und Grobe in den Blickpunkt: Nach 13 Minuten erhielt Hannovers Kapitän Fabian Böhm die zweite Zeitstrafe – bitter. Noch schlimmer: In der 18. Minute bekam Kreisläufer Ilija Brozovic Rot. „Stoßen in der Luft“ gegen Erlangens Bissel – der zweite Recke, der raus war. Doch auch die Franken kassierten in der ersten Hälfte schon fünf Zeitstrafen. Solchermaßen geschwächt, lagen die Recken bis zur Pause durchweg hinten. Der herausragende Cehte brachte sein Team zwar auf ein Tor (11:12) heran, doch einmal mehr taten sich die Gastgeber schwer in der Kreation von klaren Torchancen. Hansen und Böhm trafen noch jeweils den Pfosten, sodass der HCE mit einem 16:14-Vorsprung in die Kabine ging.
Die zweite Hälfte begann mit einem gehaltenen Siebenmeter von Recken-Torwart Ebner gegen Florian von Gruchalla. Die Partie blieb heißumkämpft, die Gastgeber bissen sich richtig rein. Und kamen in der 43. Minute zur ersten Führung (Büchner, 19:18) seit der Anfangsphase, die sie auf 22:19 (46.) ausbauten. Doch die Recken verspielten die Führung wieder, Erlangen glich zum 23:23 (54.) aus. Den längeren Atem hatte allerdings das Ortega-Team. Martinovic schwang sich zum Matchwinner auf. Der Kroate traf fünfmal, erzielte auch den letzten Treffer zum 27:25.
„Das Beste waren die Fans“, meinte Ortega hinterher. „Cehte war in der ersten Halbzeit gut, Martinovic in der zweiten“, so der Trainer. Zu seiner Person deutet sich bald eine Lösung an: Sein Wechsel zum FC Barcelona wird immer wahrscheinlicher, ebenso offenbar die Verpflichtung von Ex-Nationaltrainer Christian Prokop als Nachfolger bei den Recken.
Recken: Lesjak, Ebner - Cehte (6), Kuzmanovski (1), Martinovic (5/3), Mävers (1), Hansen (3), Pevnov (4), Böhm (4), Krone, Donker, Hanne, Brozovic, Fischer (1), Feise, Büchner (2).
Erlangens beste Torschützen: Jeppson (9), Firnhaber (5), von Gruchalla (4/4).  

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